Mindestens acht Tote durch Tornados am Rand des Hurrikans
Ivan-Ausläufer verwüsten US-Küste

Hurrikan Ivan hat in der Nacht zum Donnerstag die US-Küste am Golf von Mexiko erreicht. Von Louisiana bis zum Westen Floridas peitschten schwere Stürme fünf Meter hohe Wellen an die Strände. Mindestens acht Menschen starben.

HB MOBILE/MIAMI. Mit der Wucht meterhoher Wellen und gewaltiger Sturmböen ist Hurrikan „Ivan“ über die amerikanische Golfküste her gefallen. Während das Auge des Sturms nach der Flucht von Millionen Menschen in Alabama auf eine weitgehend leer geräumte Küste traf, entwickelten sich in den Sturmausläufern rund 260 Kilometer weiter östlich in Florida gefährliche Tornados. Sie rissen mindestens acht Menschen in den Tod. Die Gesamtschäden, die „Ivan“ auf seinem Zerstörungszug durch die Karibik und den Golf von Mexiko anrichtete, könnten nach ersten Schätzungen zwölf Milliarden Dollar erreichen.

Allein fünf Menschen kamen in der Nacht in Blountstown (Florida) ums Leben, wo ein Tornado mehrere Häuser zerstörte. Auch die anderen Opfer seien in Tornados getötet worden, berichteten US-Medien. Während Hurrikans über Tage beobachtet und ihr Kurs einigermaßen vorhergesagt werden kann, entwickeln sich Tornados plötzlich. Die Meteorologen können oft nur wenige Stunden Vorwarnung geben.

Nach erstem Augenschein hinterließ „Ivan“ vor allem in Florida, aber auch an dem 400 Kilometer langen Küstenstreifen bis New Orleans seine zerstörerische Spur. Riesige Wellen krachten an der gesamten Küste ans Land. „Wir rechnen mit erheblicher Erosion“, sagte der Bürgermeister der Stadt Mobile im US-Bundesstaat Alabama, Michael Dow. „Ivan“ deckte zahlreiche Häuser ab. Hunderttausende Menschen von Florida bis Louisiana waren ohne Strom. Zahlreiche Bäume wurden entwurzelt und versperrten die Straßen.

Das Auge des Sturms war um 2.00 Uhr Ortszeit auf die Bucht von Mobile getroffen. Dort hatte der Wind schon Stunden vorher durch die Straßen der ausgestorbenen Stadt gepeitscht. Die einzigen Menschen auf den Straßen waren Reporter, die rund um die Uhr aus Mobile berichteten. Sie konnten sich in den Sturmböen kaum auf den Beinen halten und lieferten damit dramatische Bilder.

Zusammen mit den sturzflutartigen Regenfällen sorgte „Ivan“ in Dutzenden Städten und Küstengemeinden für Überschwemmungen. Auch in New Orleans, das von der schlimmsten Wucht des Hurrikans verschont wurde, schwappte das Wasser in die Straßen. Die Einwohner hatten ihre Türen zuvor mit tausenden Sandsäcken geschützt. New Orleans liegt weitgehend unter dem Meeresspiegel. Eine hohe Flutwelle hätte verheerende Folgen gehabt.

Für Florida war dies der dritte verheerende Hurrikan innerhalb von vier Wochen. „Charley“ und „Frances“ hatten die Ost- und Westküste des Bundesstaates heimgesucht. „Ivan hatte die Kraft von Charley und die Größe von Frances“, sagte die stellvertretende Gouverneurin Toni Jennings. „Wir fühlen mit allen, die viel verloren haben“, sagte Gouverneur Jeb Bush am Donnerstag.

Die Gesamtschäden, die „Ivan“ in der Karibik und den USA angerichtet hat, könnten nach Schätzungen bis zu 12 Milliarden Dollar (9,8 Milliarden Euro) erreichen. Das meint die auf Katastrophenrisiken-Management spezialisierte US-Firma Risk Management Solutions (RMS). HURRIKAN „Frances“ hatte kürzlich versicherte Verluste von bis zu 4 Milliarden Dollar verursacht, während Hurrikan „Charley“ versicherte Schäden von 6,8 Milliarden Dollar angerichtet hatte.

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