Mindestens eine Tote
Flughafenfest endet in Katastrophe

Das Eisenacher Flughafenfest sollte am Samstag ein Volksfest werden – doch es endet am Nachmittag mit einer Katastrophe. Mehr als 5000 Menschen warten auf den Beginn einer als „spektakulär“ angekündigten Flugshow. Viele schauen bereits in den Himmel, als ein lauter Knall ihre Aufmerksamkeit jäh auf den Boden zurückholt.

HB EISENACH. Um 15.54 Uhr rast ein altes Agrarflugzeug in eine Menschenmenge, die an einem Zuckerwatte-Stand am Rand der Rollbahn wartet. Die Propellerblätter häckseln die Holzbude kurz und klein. Für die Verkäuferin – eine 45 Jahre alte Frau – kommt jede Hilfe zu spät. Am Nachbarstand arbeitet der Bruder des Opfers. Er sieht seine Schwester sterben. Zehn weitere Menschen werden nach Polizeiangaben teils schwer verletzt, unter ihnen auch der Pilot und mindestens zwei Kinder.

„Es ging alles so schnell. Beim Start qualmte es plötzlich unter dem Flugzeug, dann trudelte die Maschine, drehte noch einmal und raste dann in den Zuckerwatte-Stand“, schildert die Betreiberin der Flughafengaststätte „Zum Propeller“, Cornelia Stötzer, was sich vor ihren Augen abspielte. Es habe ausgesehen, als sei ein Reifen geplatzt. Die Maschine sei noch kurz abgehoben, aber nicht mehr auf Höhe gekommen.

Ähnliches berichtet auch der Lokaljournalist der „Thüringischen Landeszeitung“, Jensen Zlotowicz, der ebenfalls Zeuge des Unglücks wurde. „Die Holzbude ist völlig zerstört. Auch das Flugzeug ist nur noch ein Wrack. Der Pilot musste von der Feuerwehr in einer schwierigen Rettungsaktion aus den Trümmern herausgeschnitten werden.“

Trotz der traurigen Bilanz sprechen Augenzeugen und Behörden von Glück im Unglück. „Die Maschine traf auch ein Kinderkarussell neben dem Zuckerwatte-Stand. Doch das Fahrgeschäft war wegen eines technischen Defekts außer Betrieb, so dass sich keine Kinder auf dem Karussell befanden“, sagt die Sprecherin der Polizeidirektion Gotha, Karin Köhler. „Glück hatte auch eine Familie, die sich unter den Rotoren wegducken konnte und unverletzt blieb“, schildert Journalist Zlotowicz weiter. Zudem habe sich die große Schar der Zuschauer etwas abseits des Unglücksorts aufgehalten.

Der Veranstalter bekam noch am Abend viel Kritik zu hören. „Es war nur ein Krankenwagen bei uns. Die anderen mussten alle erst aus der Stadt anrücken. Das hatten wir schon am Morgen kritisiert“, berichtet Gastwirtin Cornelia Stötzer. „Aber die Event-Firma hat unsere Einwände mit dem Kostenargument abgetan.“

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