Mindestens fünf Tote
Tropensturm verwüstet Touristenzentren in Vietnam

Der Sturm „Xangsane“ zieht über den Vietnam hinweg, zehntausende Menschen sind auf der Flucht. Jetzt hoffen die Behörden, dass der Sturm das Land weniger hart trifft als die Phillipinen: Dort hatte der Taifun mindestens 1 200 Häuser zerstört.

HB HANOI. Der Taifun „Xangsane“ hat seinen Zerstörungszug in Südostasien fortgesetzt und am Sonntag die Küste von Zentralvietnam mit mehreren Touristenzentren verwüstet. Mindestens fünf Menschen kamen nach Behördenangaben ums Leben, darunter ein sechsjähriges Mädchen, das von einem einstürzenden Haus erschlagen wurde. Hunderte Menschen wurden verletzt. Die Behörden rechnen mit weiteren Opfern.

Der Taifun war zuvor über die Philippinen hinweggefegt. Dort starben mindestens 120 Menschen. „Xangsane“ hat inzwischen an Kraft verloren und wurde am Sonntag vom Taifun zum Tropensturm herabgestuft.

Mit peitschendem Regen und Windgeschwindigkeiten von zeitweise 150 Kilometern in der Stunde prallte der Taifun in den Morgenstunden auf die Küste von Vietnam. Mehr als 180 000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Tausende Gebäude wurden beschädigt, Strommasten stürzten um und Boote wurden vom Anker gerissen, wie die Behörden mitteilten. Zahlreiche Flüsse traten über die Ufer und unzählige Bäume wurden entwurzelt. In Touristenzentren kam es zu Stromausfällen.

Krankenhäuser überfüllt, Inlandsflüge gestrichen

Das Allgemeine Krankenhaus von Danang klagte angesicht des Ansturms von Verletzten über eine Überlastung seiner Kapazitäten. Fast 300 Patienten hätten am Sonntag Hilfe gesucht, sagte der Arzt Nguyen Ba Hung. Die meisten von ihnen seien von herabstürzenden Steinen oder Blechdächern getroffen worden, die der Wind von den Häusern riss. „Wir sind völlig überwältigt. So etwas habe ich noch nicht gesehen, seit ich vor zwölf Jahren hier meine Arbeit aufnahm.“

In der als Weltkulturerbe geschützten Stadt Hoi An wurden die Wälle, die die Altstadt mit Häusern aus dem 15. Jahrhundert schützen, auf einer Länge von 500 Metern überflutet. Die Straßen standen unter Wasser, und mehrere Gebäude wurden beschädigt, berichtete das staatliche Fernsehen.

Als Vorsichtsmaßnahme hatte die Regierung schon am Samstag alle Inlandsflüge gestrichen. Insgesamt galt Alarmbereitschaft für 600 der 3 500 Kilometer langen Küste. Die vietnamesischen Behörden waren im Mai scharf kritisiert worden, als mehr als 200 Fischer auf hoher See von einem Taifun überrascht wurden und umkamen. Seitdem wird an besseren Warnsystemen und Rettungsdiensten gearbeitet. Anfang der Woche war ein schwächerer Taifun auf die Küste geprallt. Fünf Menschen starben.

Auf den Philippinen waren durch „Xangsane“ mindestens 1200 Häuser zerstört worden. Viele Menschen galten auch am Sonntag noch als vermisst. Weite Teile der Hauptstadt Manila waren mehr als zwei Tage ohne Elektrizität. Auch in mehreren Provinzen war die Stromversorgung tagelang unterbrochen.

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