Mindestens sechs Tote
Tödliches Unwetter in Nordrhein-Westfalen

Das tropische Wochenende entlud sich in Teilen Deutschlands in heftigen Gewittern. Es starben mindestens sechs Menschen. Am Morgen ist der Zugverkehr in NRW lahmgelegt und etliche Autobahnen sind gesperrt.
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+++ UPDATE 7.40 Uhr +++
- Die Polizei NRW berichtet von fast 5000 Einsätzen in der Nacht aufgrund des Unwetters im Land. Sechs Tote habe es gegeben sowie 30 Schwer- und 37 Leichtverletzte.
- In Essen gab es Verletzte auf einem Festivalgelände durch abgebrochene Äste.
- Diese Bahnstrecken sind - Stand 7.10 Uhr - auf unbestimmte Zeit gesperrt: Dortmund-Essen-Düsseldorf-Köln; Dortmund-Gelsenkirchen-Duisburg; Dortmund-Hagen-Wuppertal-Düsseldorf (Aktuelle Infos der Bahn)
- So haben Augenzeugen das Wettererereignis dokumentiert.

+++ UPDATE 6.15 Uhr +++
- In Nordrhein-Westfalen bleiben die meisten Zugstrecken auch am Morgen noch gesperrt.
- Im Ruhrgebiet sind etliche Autobahnen komplett gesperrt.
- In Düsseldorf ist der Personennahverkehr eingestellt. „Wer kann, der sollte heute unbedingt von einer Fahrt nach Düsseldorf absehen“, schreibt die Polizei der Stadt.
- Ein weiteres Unwetter zieht am frühen Morgen von der Region Aachen nach Nordosten über NRW. (Unwetterzentrale mit aktueller Lage)
+++ ENDE Updates +++

Mindestens fünf Menschen sind bei schweren Unwettern in Nordrhein-Westfalen ums Leben gekommen. An vielen Häusern und Autos sorgten Sturmböen, Blitzeinschläge und Hagel für Schäden. Flugzeuge konnten zeitweise nicht mehr abheben, Züge wurden gestoppt, auf Autobahnen lagen umgestürzte Bäume. Die Polizei des Bundeslandes war nach eigenen Angaben mit allen Beamten im Einsatz, die zur Verfügung standen.

Auch die Feuerwehren waren stundenlang unterwegs, um allen Hilferufen nachzukommen. Erst in der Nacht zum Dienstag wurde es am Himmel etwas ruhiger – die Unwetter zogen weiter in Richtung Nordosten, fielen dort aber weniger heftig aus.

Menschen von Bäumen erschlagen

In Düsseldorf verloren drei Menschen in einem Gartenhaus ihr Leben. Das bestätigte ein Sprecher der Feuerwehr. Sie hatten Zuflucht vor dem Unwetter gesucht, als eine schwere Pappel auf das Haus stürzte. Die Einsatzkräfte konnten noch zwei Schwerverletzte und einen Leichtverletzten aus den Trümmern retten.

Zuvor hatte bereits die Kölner Polizei berichtet, dass ein Radfahrer in der Domstadt von einem Baum erschlagen worden sei. In Krefeld erschlug ein Baum einen 28-jährigen Radfharer. In Essen starb ein Mann vermutlich bei Aufräumarbeiten. Er hatte nach ersten Informationen der Polizei kurz vor Mitternacht versucht, eine Straße zu räumen. Zur genauen Todesursache konnten die Ermittler allerdings zunächst nichts sagen.

Der Airport Düsseldorf musste am Abend rund eine Stunde lang den Betrieb einstellen. Grund seien Sturmböen von bis zu 150 Stundenkilometer gewesen, sagte ein Sprecher. Wie viele Flüge betroffen waren, war zunächst unklar. Die gestoppten Maschinen sollten aber noch verspätet starten können.

Auch Züge blieben vorsorglich in den Bahnhöfen stehen. In der Nacht wurden zwar die Strecken Köln-Bonn, Köln-Aachen, Dortmund-Hamm- Bielefeld und die ICE-Strecke Köln-Frankfurt wieder freigegeben. Alle anderen Verbindungen seien aber noch unterbrochen, teilte die Bahn am frühen Dienstagmorgen mit. Aufgrund der Schäden sei auch ein Notverkehr mit Bussen nicht möglich.

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  • Das ist doch schön bequem: Um den anthropogenen Klimawandel live zu erleben, muss man nicht erst großartig in die Ferne schweifen.

    Es reicht völlig, sich die Extremereignisse der letzten Jahre in Erinnerung zu rufen. Zum Beispiel in NRW:

    2007 ... Kyrill
    2009 ... 40 cm Hagelschicht auf der Straße mitten im Sommer
    2014 ... die Stadt, durch die ich heute morgen gefahren bin glich, was den Baumbestand anging, dem Zustand nach eiem flächendeckendem Bombenangriff.

    Die Einschläge häufen sich dermaßen, dass ein Zufall ausgeschlossen ist. Beim nächsten stärkeren El Nino werden die begleitenden Extremwetter dann auch noch den letzten Zweiflern die Augen öffnen, wohin wir es mit dem ungebremsten Ausstoß von CO2 bringen werden.

    Die Leugner des Klimawandels fordern doch noch mehr Beweise, Beweise, Beweise ... ; ich fürchte, die werden sie schneller und in größerer Anzahl bekommen, als denen lieb ist.

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