"Mini-Kyrill"
In Deutschland stürmt's

Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Stundenkilometern sind am Freitag über Deutschland hinweggefegt und haben zahlreiche Unfälle verursacht. Es gab Tote und Verletzte, Einsatzkräfte sprechen schon von einem "Mini-Kyrill".

HB FRANKFURT/MAIN. Bei Husum verunglückten zwei Autoinsassen auf regennasser Fahrbahn tödlich. In Nürnberg wurde ein Motorradfahrer von einem umstürzenden Baum schwer verletzt. Die Polizei in Oberfranken sprach von einem „Mini-Kyrill“. In zahlreichen Bundesländern musste die Feuerwehr immer wieder wegen Sturmschäden ausrücken.

Vom Vormittag bis in den Abend hinein müsse mit umstürzenden Bäumen und herabfallenden Ästen gerechnet werden, sagte Stefan Külzer vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Auch vor herabfallenden Dachziegeln und umherfliegenden Gegenständen wurde gewarnt.

Betroffen waren vor allem Rheinland-Pfalz, das Saarland, Hessen und Thüringen sowie die südlichen Teile von Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sowie der Norden von Bayern und Baden-Württemberg. In den Mittelgebirgen oberhalb von etwa 400 Metern gab es teilweise Orkanböen mit 110 Stundenkilometern und mehr. Am späteren Abend und im Laufe der Nacht sollte der Sturm der Vorhersage zufolge nachlassen.

Auf der Bundesstraße fünf bei Husum geriet ein mit zwei Personen besetztes Fahrzeug auf regennasser Fahrbahn in den Gegenverkehr und kollidierte mit einem LKW. Der Mann und die Frau kamen ums Leben, der Lkw-Fahrer erlitt leichte Verletzungen.

In Nürnberg wurde ein 50-jähriger Motorradfahrer schwer verletzt, als er bei der Auffahrt auf die Stadtautobahn von einem umstürzenden Baum getroffen wurde. Ob der Baum allerdings auf Grund des starken Windes umknickte, konnte ein Polizeisprecher nicht sagen. „Der stand schon länger schief“, erklärte er.

In Teilen Nordbayerns Bäume knickte der Wind zahlreiche Bäume um. In Oberfranken musste die Zugverbindung zwischen Hof und Bad Steben eingestellt werden, weil Baumstämme die Gleise unpassierbar machten. „Wir haben hier einen Mini-Kyrill“, sagte die Sprecherin der Polizeidirektion Hof, Beate Weiß.

Auch in Nordrhein-Westfalen musste die Feuerwehr immer wieder ausrücken. Allein in Essen gab es bis zum frühen Nachmittag mehr als 30 Einsätze. Es blieb jedoch bei Sachschäden.

Zwtl: Wechselhaftes Schauerwetter in der kommenden Woche

„Mitteleuropa liegt in einer lebhaften westlichen Strömung, in der eingelagerte Tiefdruckgebiete und Tiefausläufer in rascher Folge über Deutschland hinwegziehen“, sagte Külzer. Dabei überwiege wechselhaftes Schauerwetter, lokal könne es auch zu Gewittern kommen. Die Temperaturen liegen zunächst zwischen 13 Grad an der Küste und 23 Grad im Süden, am Sonntag und Montag wird es dann kurzfristig etwas wärmer.

Die neue Woche startet den Meteorologen zufolge dann aber mit einer Kaltfrontpassage, die am Sonntag eingeflossene Warmluft wird wieder durch kühlere Meeresluft ersetzt. Dabei kommt es von West nach Ost fortschreitend zu schauerartigen Regenfällen und Gewittern, die zum Teil kräftig ausfallen und von Starkregen, Hagel und Sturmböen begleitet sein können.

Auch für den Rest der kommenden Woche erwarten die Meteorologen unbeständiges Wetter mit einer Mischung aus vielen Wolken, aber auch ein paar sonnigen Abschnitten bei für diese Jahreszeit üblichen Temperaturen von im Tag-und-Nacht-Durchschnitt rund 15 Grad.

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