Minneapolis
Über dreißig Tote bei Brückeneinsturz befürchtet

Die vermutete Zahl der Todesopfer beim Einsturz einer Brücke in Minneapolis ist nach oben korrigiert worden. Der ADAC äußerte sich zu der Frage, ob ein solches Unglück auch in Deutschland möglich wäre.

HB MINNEAPOLIS. Nach dem Einsturz einer Brücke über den Mississippi in der US-Metropole Minneapolis werden mehr als 30 Todesopfer befürchtet. Nach Angaben der Behörden wurden zunächst aber nur vier Tote geborgen. Ohne Zweifel werde die Zahl der Opfer aber nach oben gehen, sagte Minnesotas Gouverneur Tim Pawlenty. Etwa 30 Menschen wurden noch vermisst. Die etwa 160 Meter lange Brücke war am Mittwoch im Feierabendverkehr ohne Vorwarnung eingestürzt.

Die Einsturzursache stand am Donnerstag noch nicht fest. „Leider weiß ich nicht, warum es passierte“, sagte Bürgermeister R. T. Rybak. Pawlenty sagte, das US-Verkehrsministerium habe der täglich von bis zu 200.000 Autos befahrenen Brücke im Jahr 2005 strukturelle Defizite bescheinigt und nahe gelegt, sie durch einen Neubau zu ersetzen. Auf einer Skala von null (sehr schlecht) bis zehn (sehr gut) habe die Konstruktion die Note vier erhalten, berichtete die Lokalzeitung „Star Tribune“.

Zur Zeit des Unglücks waren nach Schätzungen von Zeugen bis zu 60 Fahrzeuge auf der Brücke. Es gebe noch eine ganze Reihe von Autos, zu denen die Rettungskräfte noch nicht vorgedrungen seien, sagte Pawlenty dem Fernsehsender NBC. Der Gouverneur sprach von einer Katastrophe ungeahnten Ausmaßes.

Auf dem 20 Meter hohen Bauwerk aus Stahl und Beton waren zur Unglückszeit mehrere Bauarbeiter damit beschäftigt, Teile der achtspurigen Fahrbahn auszubessern. Sie stürzten mit den Trümmern in die Tiefe. „Es rumpelte ein bisschen und dann schossen zu beiden Seiten der Brücke zwei Staubwolken hoch“, erinnerte sich Xavier Sose. Danach sei es totenstill gewesen. „Und dann verschwand die Brücke vor meinen Augen. Ich war wie vor den Kopf geschlagen.“

Glück im Unglück hatten die 59 Insassen eines Schulbusses, die vom Schwimmen kamen. Der Bus landete auf den Reifen im Fluss, die Kinder und Erwachsenen konnten sich blutend und mit blauen Flecken an Land retten. „Da war Rauch und Krach. Alle haben geschrien“, sagte ein Mädchen aus dem Bus.

Durch den Brückeneinsturz wurde auch ein zentraler Transportweg für Getreide über den Mississippi unterbrochen. Ein Sprecher der US-Küstenwache sagte, die Wasserstraße sei auf acht Kilometern in beiden Richtungen gesperrt worden. Pioniere der Armee würden die Trümmer beseitigen, kündigte Pawlenty an.

ADAC: Deutsche Brücken stürzen nicht ein

Deutsche Autofahrer brauchen einen Brückeneinsturz nach Einschätzung des ADAC nicht zu befürchten. „Die Brücken werden alle drei Jahre überprüft“, sagte ADAC-Sprecher Klaus Reindl in München. Zwar gebe es hierzulande viele marode Brücken, die dringend saniert werden müssten. „Aber die Brücken stürzen noch nicht ein.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass ein ähnliches Unglück wie in den USA passiere, sei äußerst gering.

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