Mit dem Hammer im Wutraum Zuflucht für gestresste Manager

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Gemeinsames Zerstören verbindet

5. Das Glücksgefühl

Ob zerstören also glücklich macht? Vielleicht die Männer und Frauen, die hier Junggesellenabschied feiern. Zwei schlagen los, die anderen sitzen mit Drinks an der Bar und verfolgen das Spektakel auf zwei Monitoren. Und was ist mit denen, die von der Liebe träumen und das Paket „Erstes Date“ buchen? Romantisches Abendessen bei Kerzenschein und dann: „Sendepause und ihr legt so richtig los“, heißt es auf der Internetseite. Loslegen womit? Nicht mit zarter Annäherung, sondern mit der Keule.

Gemeinsames Zerstören verbindet, glaubt Mersch. „In Extremsituationen ist ja bewiesen, dass man sich da eher aneinander ranschmeißt.“ Das sei kreativer, als immer wieder der gleiche Italiener, findet der 35-Jährige aus der Oberpfalz, der sich selbst als friedfertig beschreibt. Doch egal, ob Spaßparty, Liebestreff oder Einzel-Zerstörungsorgie: Für Mersch und seine Mitarbeiter fängt die Arbeit danach erst richtig an: Gut zwei Stunden dauert es, bis sie das Chaos beseitigt und ein Zimmer wieder neu eingeräumt haben.

6. Das Fazit

In den USA gibt es das Konzept schon länger, der erste Wutraum in Deutschland ist in Halle/Saale. Das Ziel ist gleich: totale Verwüstung. Doch was bleibt außer einem Haufen Müll? Die Muskeln ziehen, der Mund ist trocken und der Geist völlig erschöpft von dem ungewohnten Gewaltausbruch. Das einzige Sehnsuchtsziel an diesem Abend: das Sofa. Nichts hören, sehen und schon gar keinen Stress. Bereitschaft, sich aufzuregen: Nullkommanull. Mersch bringt das merkwürdige Erlebnis so auf den Punkt: „Im Schnitt ist das Zimmer in 30 Minuten verwüstet und man selbst auch am Ende.“

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  • dpa
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