Mix aus großen und kleinen Aktien
Nebenwerte haben sich etabliert

Nebenwerte bleiben auch im kommenden Jahr eines der beherrschenden Themen am Aktienmarkt. Und das, obwohl sie sich schon das fünfte Jahr in Folge besser entwickeln als die großen Standardwerte und inzwischen sogar deutlich teurer sind als diese.

FRANKFURT. Allerdings scheuen sich die Experten davor, einen generellen Schwenk hin zu Schwergewichten einzuläuten, wie sie dies in den vergangenen zwei Jahren fälschlicherweise getan hatten. Stattdessen wählen die Strategen moderate Worte: "Wir sehen leichte Vorteile bei den großen Werten", sagt etwa Stefan Rausch von Helaba Trust.

Wie er äußern sich viele Aktienexperten. Geschichte ist dabei auch das generelle Kastendenken in Groß und Klein. Viele Fondsmanager und Analysten setzen beim Thema Nebenwerte im kommenden Jahr nicht auf die Anlageklasse als solche, sondern auf die Fülle der interessanten Aktien, die sich in diesem Bereich tummeln. Die Empfehlungslisten der Banken für das kommende Jahr zeigen inzwischen einen bunten Mix aus großen und kleinen Werten. Beispiel Hypo-Vereinsbank (HVB): Deren so genannte Recommended List enthält derzeit mit der Allianz, Continental und Eon drei Blue Chips aus dem Deutschen Aktienindex. Daneben stehen mit Arques, Elring Klinger, Salzgitter und Software AG vier Nebenwerte.

Erkannt haben den Trend zu Nebenwerten inzwischen auch die großen international tätigen Banken, die diesen Bereich lange Zeit eher stiefmütterlich behandelt haben. Die Citigroup, die Commerzbank und die Deutsche Bank haben gerade erst ihre Analystenstäbe in diesem Bereich ausgebaut oder sind dabei.

Eher eine Nebenrolle bei der Auswahl interessanter Titel spielen die höheren Preise, die für Nebenwerte generell gegenüber den großen Blue Chips bezahlt werden müssen. Gut 20 Prozent liegen die Bewertungen der Kleinen inzwischen im Durchschnitt höher. Als normal gilt im langfristigen Vergleich, dass Small- und Mid-Caps 20 Prozent billiger sind, weil sie als schwankungsanfälliger gelten und dem Anleger durch kleinere Investor-Relations-Abteilungen zudem weniger Informationen zugänglich sind. "Die Bewertung der Small-Caps in Kontinental-Europa ist - anders als in Großbritannien und den USA - noch okay", sagt Rolf Elgeti, Chefstratege bei ABN Amro in London. Er erwartet für 2006 - anders als im laufenden Jahr - einen Gleichlauf von kleinen und großen Aktien.

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