Mode-Revival
Kult in Kurz-Fassung

Lange war er weg vom Schaufenster, seit kurzem ist er wieder da : Der Minirock. Denn schon immer rutschten in schlechten Zeiten die Säume in die Höhe.

Wenn Rezession ist, muss man sparen. Auch die Mode-Designer tun’s. Sie sparen am Stoff, und schon ist der Mini wieder da. Der umstrittene Slogan „Geiz ist geil“, hier würde er wenigstens passen. Die 60er Jahre waren wirtschaftlich auch nicht die besten, als Mary Quant im Swinging London ihren Mini kreierte, der danach von Corrèges, diesem Mondrian der Modemacher, kurzerhand in die Haute Couture katapultierte. Und schon bald entblößte das trendige Teilchen lauter knochige Knie und nicht immer ansehnliche Oberschenkel.

Solche Kürzungen in der Modebranche gab’s auch davor. Swinging waren auch schon die Zwanziger Jahre, als kniekurze Fransenkleider beim Charleston flogen, dem einzigen Hüpfer, bei dem die Formulierung „das Tanzbein schwingen“ erlaubt sein sollte.

Jetzt ist er also wieder da, der Mini (etwa zeitgleich mit dem rollenden Relaunch des gleichnamigen Autochens). Die Modebibel Vogue titelt „Kurz ist Kult“ und sogar Suzy Menkes von der „New York Herald Tribune“, die Queen unter den internationalen Modejournalistinnen, antwortet auf die Frage „Miniskirts for winter?“ kurz: „Cool!“ Wobei sie Thommy Hilfigers Version eher albern findet, dagegen die vom Hause Balenciaga subtiler.

Was neu ist an den alten Minis? Die populären Pomanschetten sind eher noch knapper geworden – aber mit raffinierten Details: dem kleinen Schlitz an einer Seite, der aufspringenden Falte, dem absichtlich sichtbaren Reißverschluss, den schenkellangen Stiefel dazu oder in der Version von Dolce & Gabbana einfach aus lauter Gürtel aneinandergenäht.

Mirjam Dietz, in der Geschäftsführung der Modemesse Igedo zuständig für Young Fashion glaubt es nicht, dass der Trend über kurz oder lang wieder out ist: „Mini hält länger.“

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