Modenschau zum Abschied: Valentino „hinterlässt eine schmerzliche Lücke“

Modenschau zum Abschied
Valentino „hinterlässt eine schmerzliche Lücke“

Claudia Schiffer, Nadja Auermann, Eva Herzigova: Sie alle waren zu seiner letzten Modenschau ins Pariser Rodin-Museum gekommen, um dem Großmeister der glamourösen Abendkleider Adieu zu sagen. Begleitet von Jubel und Tränen hat der italienische Stardesigner Valentino seinen Abschied von den Laufstegen genommen.

HB PARIS.„Es ist so traurig, dass er geht“, sagte Hollywood-Star Uma Thurman bewegt. Der 75-jährige Italiener hat fast ein halbes Jahrhundert die schönsten und berühmtesten Frauen der Welt eingekleidet. Von Jackie Kennedy bis Julia Roberts, alle liebten seine eleganten Roben. Valentino selbst trat im klassischen dunklen Anzug mit weißem Hemd und schwarzer Krawatte ein letztes Mal auf den Laufsteg. Umrahmt von Dutzendenn Topmodels, die alle die gleichen, in der Valentino-Farbe Rot gehaltenen Kleider trugen, warf er den 800 Gästen Kusshände zu.

„Ich bin sehr glücklich“, sagte er wenig später hinter dem Catwalk. „Ich fühle mich sehr stark. Weil man mir hier so viel Liebe und Zuneigung gezeigt hat, schwebe ich im siebten Himmel.“

Für seine letzte Haute-Couture-Kollektion entwarf er noch einmal Kleider in fließender Seide und federleichtem Organdy. Es beherrschten Pastelltöne von Apricot, Mandelbeige und Gelb. Verspielte Hüte mit bunten Stoffblumen zierten die Mannequins, neben den bodenlangen Abendroben präsentierte Valentino kurze, ärmellose Cocktailkleider.

Es war eine letzte Lehrstunde für die neue Designergeneration, in der Valentino seinem Mantra treu blieb: Eine Frau so schön erscheinen zu lassen wie möglich. Die Näherinnen und Näher aus seinem Atelier in Rom rieben sich Tränen aus den Augen, als die 45 Jahre dauernde Karriere ihres Meisters ihr Ende nahm.

Schillernde Figur des Jet Set

„Er hat wirklich verstanden, wie kostbar eine Frau gekleidet sein möchte“, sagte die Chefredakteurin des Modemagazins „Harper's Bazaar“. „Das hört sich so einfach an, aber tatsächlich gelingt es nur sehr Wenigen. Valentino wird wirklich eine schmerzhafte Lücke hinterlassen.“ Ganz will sich der Italiener indes nicht aus dem Metier zurückziehen. Für Opernkostüme werde er bestimmt einmal ins Atelier zurückkehren, kündigte er an. Zudem steht er für den Dokumentarfilm: „Valentino: Der letzte Kaiser“ vor der Kamera. In Rom will er eine Stiftung und eine Designschule eröffnen.

Über Langeweile wird er ohnehin nicht zu klagen haben, schließlich gehört Valentino zu einer der schillerndsten Figuren des Jet Set. Er besitzt neben zahlreichen Häusern ein Schloss nahe Paris, eine Kunstsammlung mit Bildern von Miró und Picasso und eine 45 Meter lange Jacht.

Im Juli feierte der König des Roten Teppichs den 45. Geburtstag seines Labels mit einer dreitägigen Party in Rom. Zuvor hatte der britische Kapitalfonds Permira seine Marke für 2,6 Mrd. Euro übernommen. Die Leitung für die Damenlinien legte Valentino in die Hände der früheren künstlerischen Direktorin von Gucci, Alessandra Facchinetti. Die Herrenkollektionen übergab er an Ferruccio Pozzoni.

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