Mordserie in Frankreich
Benjamin Netanjahu beklagt „mörderischen Antisemitismus'“

Nun steht fest, dass die drei Mordanschläge auf ausländischstämmige Menschen in Frankreich mit derselben Waffe verübt wurden. Israel fordert rasche Ermittlungen und Frankreich ruft die höchste Terrorwarnstufe aus.

JerusalemDer israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat den tödlichen Angriff auf Juden in Frankreich verurteilt. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es sich bei dem „verabscheuungswürdigen Mord an Juden, darunter kleine Kinder“ um einen Akt „gewaltsamen und mörderischen Antisemitismus'“ handele, sagte Netanjahu während einer Sitzung seiner Likud-Partei in Jerusalem. Es sei noch zu früh, um Genaues über die Hintergründe der Tat zu sagen, doch könne Antisemitismus nicht ausgeschlossen werden.

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy rief am Montagabend für die Region Toulouse die höchste Terrorwarnstufe aus. Mit Aktivierung des Anti-Terrorismus-Plans Vigipirate würden alle jüdischen und muslimischen Einrichtungen besonders gesichert, sagte Sarkozy nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts im Elysée.

Bei dem Angriff auf eine jüdische Schule im südfranzösischen Toulouse waren am Morgen drei Schüler und ein Lehrer erschossen worden. Die für Terrorismus zuständige Staatsanwaltschaft in Paris nahm Ermittlungen auf, weil es einen Zusammenhang mit den tödlichen Schüssen auf drei französische Soldaten in derselben Gegend vor wenigen Tagen gibt. Die drei tödlichen Angriffe seien mit derselben Waffe verübt worden, verlautete aus Ermittlerkreisen.

Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman äußerte sich in einer Erklärung „tief geschockt“. Außenministeriumssprecher Jigal Palmor sagte, Israel vertraue auf die französischen Ermittlungsbehörden, dass „alles ans Licht kommt“. Der israelische Rundfunk berichtete in Sondersendungen über die Bluttat.

Frankreichs sozialistischer Präsidentschaftskandidat François Hollande hat nach dem Attentat auf eine jüdische Schule in Toulouse zu einer gemeinsamen Reaktion aufgerufen. „Wir müssen alles tun, damit antisemitische Taten und Rassismus zu einer gemeinsamen und entschlossenen Antwort der ganzen Republik führen“, sagte Hollande nach einem Besuch der Schule. Ganz Frankreich sei getroffen worden.

Hollande gilt bei den kommenden Präsidentschaftswahlen als Sarkozys wichtigster Kontrahent. Dieser hatte sich bereits am Vormittag am Tatort ein Bild von der Lage gemacht.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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