Mordverdacht
Haftbefehl gegen Jülicher Feuerwehrmann

Die Staatsanwaltschaft Aachen hat am Freitag mitgeteilt, dass gegen den 32-jährigen Feuerwehrmann, der vor zwei Wochen den Brand in Jülich mit sechs Toten gelegt haben soll, Haftbefehl ergangen ist.

HB AACHEN. Ein Richter erließ den Haftbefehl wegen Mordverdachts in sechs Fällen. In Vernehmungen soll geklärt werden, ob er für weitere Brandstiftungen verantwortlich ist. Der Mann hatte insgesamt drei Taten gestanden. Dabei soll er aus Unzufriedenheit und Geltungsdrang gehandelt haben. Die Jülicher Feuerwehrleute sind nach Angaben ihres Stadtbrandmeisters Rüdiger Sichtig fassungslos.

Die Mordkommission hatte zwölf ungeklärte Brandstiftungen in ihre Ermittlungen mit einbezogen, die in der gleichen Machart begangen worden waren. In dem jüngsten Fall waren eine 82-jährige Frau und eine fünfköpfige albanische Familie an Rauchvergiftung gestorben. Der Hinweis auf den mutmaßlichen Täter kam aus seinem Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Jülich.

Der Mann habe sich in den Nachbesprechungen zu den dramatischen Ereignissen auffällig verhalten, sagte Stadtbrandmeister Sichtig: „Er hat nervös reagiert.“ Fragen seiner Kollegen sei er ausgewichen. Vorher sei der arbeitslose, allein stehende Mann nicht aufgefallen. Nach seinem Umzug nach Jülich vor rund zwei Jahren habe er sich gemeldet, um Mitglied zu werden. Bei Löscharbeiten habe er vorerst Hilfstätigkeiten ausgeführt und sollte in der nächsten Zeit Grundausbildungslehrgänge absolvieren.

Im Jülicher Stadtzentrum reagierten die Menschen mit Erleichterung. Nach Bekanntwerden der Serie von zwölf ungeklärten Brandstiftungen war Angst umgegangen. „Ich bin erleichtert“, sagte Petra Halking, eine Anwohnerin des Hauses, in dem sechs Menschen starben.

Der Tatverdächtige soll am 6. November das Feuer im Keller eines dreigeschossigen Hauses gelegt haben. Das hatte zur tödlichen Rauchentwicklung im Treppenhaus geführt.

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