München
Bayern vor dem Papst-Besuch

München bereitet sich auf den Papst vor. Tausende Gläubige auf den Weg in die Innenstadt gemacht, um das Kirchenoberhaupt zu begrüßen. Polizeihubschrauber kreisen über die Stadt, die Autobahn ist gesperrt.

HB MÜNCHEN. Die Polizei hat wenige Stunden vor der Ankunft von Papst Benedikt XVI. in München die Sicherheitsvorkehrungen deutlich verschärft. Zahlreiche Einsatzkräfte sind in der Münchner Innenstadt unterwegs. Am Marienplatz, wo der Papst am späten Nachmittag beten will, sind Absperrgitter errichtet, da die Polizei Gepäck kontrolliert. Jedoch herrsche nach Polizeiangaben weit weniger Ansturm, als zuvor befürchtet worden war. Auf dem Marienplatz etwa waren bis zum Mittag noch Plätze frei.

„Jeder, der kurz sein Gepäck durchsuchen lässt, kann noch auf den Platz“, sagte ein Polizeisprecherin. Der U- und S-Bahnbetrieb am Marienplatz konnte auch über Mittag planmäßig laufen, obwohl Polizei und Verkehrsbetriebe ursprünglich damit gerechnet hatten, den Bahnhof am Mittag schließen zu müssen. An der Fahrtstrecke, die der Papst am späten Nachmittag zunächst mit einer Limousine und dann mit dem Papa-Mobil zurücklegen will, hatten die Sicherheitskräfte seit den Morgenstunden Absperrgitter für die Schaulustigen aufgestellt. Den Polizeiangaben zu Folge wurden bislang 43 Fahrzeuge und über 1 000 Fahrräder abgeschleppt. 5 000 Polizisten sind im Einsatz, es gilt Sicherheitsstufe 1.

Am zentralen Marienplatz vor dem Rathaus warteten am Mittag schon etwa 1 000 Menschen hinter den Absperrungen an der Mariensäule, wo Benedikt am frühen Abend beten wird. Viele der Gläubigen sind Hunderte Kilometer angereist, um den Papst zu sehen, darunter eine Familie aus Mönchengladbach mit drei ihrer sechs Kinder. „So nah sehen wir den Papst nicht mehr“, sagte Familienvater Florian Müller. Sein Sohn ergänzt: „Ich find's cool.“

Mit der sechstägigen Reise durch Bayern mit einem kurzen Abstecher in seinem Geburtsort Marktl kehrt der 79 Jahre alte Benedikt zu Stationen seines Lebens und Wirkens in Bayern zurück. Mit einem Gebet an der Jahrhunderte alten Mariensäule in München hatte sich Joseph Ratzinger 1982 auch verabschiedet, als er aus dem Amt des Erzbischofs von München und Freising ausschied und als Leiter der römischen Glaubenskongregation in den Vatikan wechselte.

In München und Regensburg, wo Benedikt viele Jahre gewirkt hat, sind große Gottesdienste geplant, zu denen mehr als eine halbe Million Gläubige erwartet werden. Der Papst wird am Nachmittag auf dem Münchner Flughafen eintreffen, wo ihn Bundespräsident Horst Köhler mit militärischen Ehren empfangen wird. Beim Eintreffen des Papstes sollen die Glocken der Kirchen des Erzbistums läuten. Nach einer Fahrt mit dem Papamobil durch die Münchner Innenstadt und dem Gebet auf dem Marienplatz sind Gespräche mit Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Münchner Residenz geplant.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%