Münsterland
"Alles, was Strom erzeugen kann, ist bei uns"

Nach dem plötzlichen Wintereinbruch in Nordrhein-Westfalen hat sich die Lage am Sonntag etwas entspannt.

HB DÜSSELDORF. Die RWE Westfalen-Weser-Ems AG konnte bei mehr als 100.000 Einwohnern im Münsterland die Stromversorgung wieder sicher stellen. Es seien aber noch rund 120.000 Einwohner in 20 Kommunen ganz oder teilweise ohne Strom, teilte das Unternehmen am Sonntag mit. RWE hoffe aber, im Laufe des Tages die Stromversorgung für einen Großteil dieser Menschen wieder in Gang zu bringen, sagte ein Sprecher der RWE Energy.

Ein Sprecher der Bezirksregierung Münster konnte die RWE-Zahlen zunächst nicht bestätigen. Frühere Angaben der Behörde, dass rund 500.000 Menschen ohne Strom gewesen seien, seien aber „zu hoch gegriffen“, räumte er ein. Rund 4000 Helfer waren in der Region im Einsatz, in der Hunderttausende von Menschen die Nacht ohne Strom verbringen mussten. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und Innenminister Ingo Wolf (FDP) wollen sich am Nachmittag in Ochtrup ein Bild der Lage vor Ort verschaffen. Sie besuchen dort ein Altenheim.

Im Münsterland seien rund 500 Notstromaggregate im Einsatz, um Alten- und Pflegeheime sowie Turnhallen mit Strom zu versorgen, in denen von der Stromversorgung abgeschnittene Menschen die Nacht verbrachten oder sich mit warmen Mahlzeiten versorgten. „Alles, was Strom erzeugen kann, ist bei uns“, sagte der Sprecher der Bezirksregierung. Die Behörden hatten Notstromaggregate aus dem ganzen Bundesland angefordert. Auch Landwirte erhielten inzwischen Aggregate, um ihre Kühe melken zu können. „Da stehen auch wirtschaftliche Existenzen auf dem Spiel“, betonte der Sprecher. Den Einzelhändlern sei es zudem freigestellt worden, auch am Sonntag zu öffnen, damit sich die Menschen in der Region versorgen könnten. Insgesamt beachte die Bevölkerung auch die Appelle, Autos stehen zu lassen und von Spaziergängen abzusehen. Denn vielerorts hängen Hochspannungsleitungen noch bedrohlich tief.

Über die Höhe des entstandenen Schadens und Haftungsfragen wollte sich weder die Bezirksregierung Münster noch der RWE-Sprecher äußern. Priorität habe zunächst die Versorgung der Kunden, betonte der RWE-Sprecher.

Die Schneefälle hatten für eine dicke Eisschicht auf Stromleitungen gesorgt, die diese in Kombination mit starkem Wind vielfach reißen ließ. Auch Strommasten wurden beschädigt. Erste Stromausfälle habe es bereits am Freitag gegeben, hatte der Sprecher von RWE Energy gesagt. Etwa 250 RWE-Mitarbeiter seien im Einsatz, um die Schäden zu beheben. Allein 50 Strommasten seien beschädigt worden.

Das Tief „Thorsten“ hatte am Freitag und am Wochenende für einen plötzlichen Wintereinbruch und damit in Teilen Nordrhein-Westfalens auch zu Chaos auf den Autobahnen sowie ausgefallenen Flügen und Zügen gesorgt. Auch in Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden sorgte der Schnee für teils chaotische Verkehrsverhältnisse.

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