Mutmaßliche Serientäterin unter Verdacht
Heiße Spur im Polizistenmord

Vor sieben Wochen war in Heilbronn eine Polizistin erschossen worden. Jetzt gibt es offenbar eine heiße Spur zu einer Frau. Nach vorliegenden Informationen wäre der Polizistenmord nicht ihre erste Tat gewesen.

HB HEILBRONN. Staatsanwaltschaft und Polizei bestätigten am Samstag auf einer Pressekonferenz, dass eine Spur verfolgt werde. Zuvor hatten die Behörden angekündigt, „über einen größeren Spurenkomplex" informieren zu wollen, dem eine "nicht unerhebliche Tatrelevanz zugemessen wird“. Die 22-jährige Polizistin war am 25. April in Heilbronn während einer Streifenfahrt mit einem Kopfschuss getötet worden. Ihr 24-jähriger Kollege, dem ebenfalls in den Kopf geschossen worden war, war erst vor wenigen Tagen aus dem Koma erwacht, konnte sich aber an die Tat nicht mehr erinnern.

Die Spur führe zu einer noch nicht identifizierten zweifachen Mörderin, hieß es auf der Pressekonferenz. Diese hat 1993 eine Rentnerin in Idar-Oberstein und 2003 einen Rentner in Freiburg erdrosselt und zahlreiche Spuren bei Einbrüchen in Deutschland und Österreich hinterlassen. Die Spuren weisen darauf hin, dass die Verdächtige Drogenkonsumentin ist. Die gesuchte Mörderin hinterließ DNA-Spuren an einer Einwegspritze, die 2001 in der Eifel gefunden wurden, Anfang 2003 bei einem Einbruch im Kreis Offenbach, an einem 2003 gestohlenen Auto sowie bei Einbrüchen in Freiburg und zahlreichen Einbrüchen in Österreich.

Unterdessen sind offenbar in Österreich zwei Verdächtige festgenommen worden, die wahrscheinlich in Verbindung zu dem Mord stehen. Das berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf das Landeskriminalamt Oberösterreich. Es handele sich um einen Serben und einen Polen, die Kontakt zu der gesuchten Mörderin hätten. Sie hätten keinerlei Aussage gemacht, hieß es. Die Fahnder gehen von einer kriminellen Bande aus. Die DNA der beiden Festgenommenen wurde von 2005 bis Anfang März 2007 an zwölf Tatorten in Oberösterreich und bereits 2004 in Tirol sichergestellt. Durch grenzüberschreitende Ermittlungen stellte sich heraus, dass der genetische Fingerabdruck auch bei zwei Raubmorden in Deutschland im Jahr 1993 und 2001 gesichert wurde. Zudem soll eine Vielzahl an Einbrüchen und Überfällen auf ihr Konto gehen.

Bei den Ermittlungen zum Mord an der Polizistin gibt es laut APA auch eine Spur nach Frankreich: Dort sei ebenfalls DNA der Verdächtigen sichergestellt worden, berichtete der Leiter des Landeskriminalamtes, Rudolf Keplinger.

Nach Informationen der „Bild“-Zeitung ist für Hinweise auf den Verbleib der Gesuchten eine Belohnung von 100 000 Euro ausgesetzt. Die vermutlich drogensüchtige und wohnsitzlose Serientäterin, deren Herkunft unklar sei, habe an mindestens 22 weiteren Tatorten, auch in Österreich und Frankreich, ihre Spuren hinterlassen. Ein Beamter habe die Gesuchte als „tickende Zeitbombe“ bezeichnet. Im Jahr 2005 soll die mutmaßliche Schwerverbrecherin auch versucht haben, einen Mann aus Worms (Rheinland-Pfalz) umzubringen.

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