Mutmaßlicher Mörder von Mitja
Uwe K. kann noch nicht vernommen werden

Nach seinem Selbstmordversuch kann der mutmaßliche Mörder des kleinen Mitja aus Leipzig vorerst nicht vernommen werden.

HB LEIPZIG. Bislang hat sich der schwer verletzte 43-jährige Uwe K. nicht zu dem Vorwurf geäußert, den Jungen missbraucht und erstickt zu haben. Die Ärzte im Leipziger Krankenhaus nannten den Zustand des mehrfach vorbestraften Kinderschänders am Freitag „stabil, aber weiter kritisch.“ Sollte er sich weiter verbessern, sei eine erste Befragung am Wochenende möglich. Uwe K. hatte nach tagelanger Flucht am Donnerstag versucht, sich mit einem Sprung vor eine Straßenbahn das Leben zu nehmen.

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) kündigte indes für Triebtäter schärfere Kontrollen an. Die Regierungskoalition will nach ihren Worten bald härtere Gesetze gegen Sexualstraftäter verabschieden. Die nordrhein-westfälische Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) forderte ein bundesweites Register für Sexual-Straftäter.

„Sein Zustand ist stabilisiert, kann aber schlagartig wieder zur Lebensgefahr werden“, sagte der leitende Chefarzt, Arved Weimann. Da am Oberkörper zahlreiche Organe gequetscht wurden, sei das Ausmaß der Verletzungen erst nach Tagen erkennbar. „Für eine Vernehmung muss man über längere Zeit konzentriert einem komplexen Sachverhalt folgen können. Das ist bei Uwe K. nicht der Fall.“ Die Staatsanwaltschaft hofft, den Mann „so schnell wie möglich“ vernehmen zu können.

Die Ermittler haben inzwischen anhand der Spuren den Tathergang und die fünftägige Flucht des mutmaßlichen Mörders rekonstruiert. „Angaben dazu werden wir aber nicht machen, da es sich um Täterwissen handelt, dem wir nicht vorgreifen wollen“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Ricardo Schulz. Er wollte einen Bericht der „Bild“-Zeitung nicht kommentieren, dass die Tat in der Wohnung des mutmaßlichen Mörders begangen wurde. Der Zeitung zufolge hat Uwe K. die Leiche mit einem Fahrradanhänger zu seiner Laube transportiert, wo sie am vergangenen Samstag gefunden wurde. Bei den Knochenfunden auf dem Grundstück des Mannes handele es sich um Schweineknochen.

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