"Mutter der Nation" 94-jährig gestorben
Trauer um Inge Meysel

Führende Politiker haben die verstorbene Volksschauspielerin Inge Meysel gewürdigt. Bundespräsident Köhler nannte sie eine herausragende Persönlichkeit.

HB BERLIN. Die Nachricht vom Tod der Schauspielerin Inge Meysel ist in der deutschen Politik mit großer Betroffenheit aufgenommen worden. Deutschland verliere mit ihr «eine herausragende Persönlichkeit», sagte Bundespräsident Horst Köhler in einer am Samstagabend in Berlin veröffentlichten Erklärung.

Inge Meysel habe sich mit ihrem unverwechselbaren Stil in die Herzen der Menschen gespielt. Unvergessen bleibe ihr couragierter Einsatz für die Gesellschaft. «Ihr Mut und ihre Menschlichkeit war vielen ein Vorbild», betonte Köhler.

Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) erklärte, Inge Meysel habe sich « immer wieder mutig und engagiert zu gesellschaftlichen Fragen zu Wort gemeldet». Mit ihrer «vitalen, offenherzigen Art» sei sie ein bewundernswertes Beispiel für jene besondere Berliner Mischung aus Tatkraft und Freiheitswillen gewesen.

Für Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) war Inge Meysel eine, wie sie sagte, «Volksschauspielerin im besten Sinne des Wortes». Couragiert und selbstbewusst, klug und vorlaut mit Wortwitz, seien ihre Frauenfiguren «Leitbilder ganzer Generationen». Den Ehrentitel «Mutter der Nation» habe sie zu Recht und mit Würde bis zuletzt getragen.

Auch der Vorsitzende der SPD, Franz Müntefering würdigte den TV-Star. Der «Welt am Sonntag» sagte er: «Die deutschen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten verneigen sich vor einer großen Künstlerin und treuen Weggefährtin». Inge Meysel habe nach der Verfolgung durch den Nationalsozialismus ihr künstlerisches Können und ihre Beherztheit dem Aufbau eines besseren Deutschland gewidmet.

Die Schauspielerin war laut Angaben ihres Managers und Betreuers am Samstagfrüh gestorben. Sie wurde 94 Jahre alt.

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