Myanmar
Militärmaschine mit 122 Menschen an Bord vermisst

In Myanmar, dem ehemaligen Birma, wird eine Militärmaschine mit 122 Menschen an Bord vermisst. Befürchtet wird, dass die Shaanxi Y-8 über dem Meer abgestürzt ist.
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RangunIn Myanmar sind am Mittwoch bei einem Flugzeugunglück möglicherweise 122 Menschen ums Leben gekommen. Die Militärmaschine verschwand aus ungeklärter Ursache kurz nach dem Start von den Radarschirmen. Vermutet wird, dass das Flugzeug vor der Küste des südostasiatischen Landes ins Meer gestürzt ist. Die großangelegte Suche hatte bis zum Anbruch der Dunkelheit jedoch keinen Erfolg.

Die Propellermaschine vom Typ Shaanxi Y-8 war nach Angaben der Armee mit 108 Passagieren und 14 Besatzungsmitgliedern in der Stadt Mergui im Süden des Landes gestartet. An Bord waren auch 15 Kinder. Bei den Passagieren handelt es sich nach neuesten Angaben der Armee um insgesamt 34 Soldaten sowie deren Angehörige.

Ziel war Rangun, die ehemalige Hauptstadt von Myanmar, dem früheren Birma. Das letzte Signal der Maschine ging nach Angaben von Armeechef Min Aung Hlaing gegen 13.35 Uhr Ortszeit (9.05 Uhr MESZ) ein. Über die Gründe des Verschwindens wurde nur spekuliert.

Der Weg von Mergui nach Rangun führt über das Meer. Deshalb wird vermutet, dass die Maschine in die Andamanensee gestürzt sein könnte, ein Randmeer des Indischen Ozeans. An der Suche beteiligten sich neben anderen Flugzeugen und Hubschraubern auch mehrere Schiffe. Auch nach vielen Stunden brachte das aber keinen Erfolg.

Ein Militärsprecher dementierte am Abend Berichte, dass bereits Wrackteile gefunden worden seien. Unklar war, ob in der Nacht weitergesucht wurde.

Der letzte Kontakt bestand nach Angaben des Miltärchefs, als das Flugzeug auf etwa 5500 Metern Höhe war. Zu diesem Moment habe sich die Maschine in der Nähe der Stadt Dawei befunden, der Hauptstadt der Region Tanintharyi. Die Shaanxi Y-8 basiert auf einer Baureihe der älteren sowjetischen Antonow-Maschinen. Das vermisste Flugzeug war erst seit März 2016 im Dienst der myanmarischen Armee.

Der 54-Millionen-Einwohner-Staat Myanmar war lange Zeit eines der am meisten isolierten Länder der Welt. Nach Jahrzehnten der Militärdiktatur hat sich das frühere Birma inzwischen aber geöffnet. Seit vergangenem Jahr wird die Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi (71) geführt, die während der Militärherrschaft viele Jahre in Hausarrest saß. Das Militär besetzt in ihrem Kabinett aber immer noch mehrere Schlüsselpositionen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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