Nach 87 Jahren verwandelt sich ein marodes Schiff in eine ansehnliche Yacht
Wiedergeburt einer Legende

Mit der Heti wurde in Hamburg ein traditionsreiches Schiff aus der Zwölf-Meter-R-Klasse restauriert, mit dem sein erster Besitzer schon im Kaiserlichen Yacht-Club von Kiel an den Start gegangen war.

Anno 1912 lässt der Lübecker Holzkaufmann Hermann Eschenburg eine prächtig mit Gaffelgroß- und Topsegel, Flieger, Klüver und Fock „gefiederte“ Rennyacht auftakeln. Die Holzhandlung Jost Hinrich Havemann & Sohn geht gut. Als Bürgermeister zählt sein Vater zu den Honoratioren der Hansestadt und bewohnt vor den Toren Lübecks unweit der Travemünder Allee am Jerusalemsberg eine formidable Villa. Das eine oder andere Mitglied der Lübecker Familie tritt in Thomas Manns „Buddenbrooks“, etwa als Konsul Huneus, auf.

Der vierzigjährige Kaufmann braucht eine Rennyacht, mit der er sich bei den Wettfahrten des Norddeutschen Regatta Vereins draußen vor dem Seebad Travemünde und anlässlich der Segelduelle des Kaiserlichen Yacht-Clubs auf der Kieler Förde blicken lassen kann.

Eschenburgs Rivale, der Kommerzienrat und Schleswiger Holzgroßhändler Henry Horn, versucht sich seit einer Weile in der jungen, 1906 zwischen den europäischen Segelnationen verabredeten Bootsklasse der Zwölf-Meter-R-Yachten. Ein Zwölfer schickt sich so eben noch für bürgerliche Emporkömmlinge. So eine Yacht ordert auch Eschenburg.

Mit dem Entwurf und Bau der Rennyacht hat Eschenburg den Hamburger Yachtarchitekten und Bootsbauer Max Oertz (1871-1929) beauftragt, eine Kapazität für repräsentatives Segelspielzeug. 1907 hatte Oertz für den Essener Stahlmagnaten Gustav Krupp von Bohlen und Halbach den erfolgreichen Rennschoner Germania gezeichnet, im Jahr darauf für Kaiser Wilhelm II. die Meteor IV. Der Neubau aus „bestem Tabasko-Mahagoni“ über Stahlspanten wird nach Eschenburgs jüngster Tochter „Hedwig Heti“ genannt.

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