Nach Absturz von Flug 4U 9525
Germanwings bedankt sich für Hilfsbereitschaft

Der Chef von Germanwings, Thomas Winkelmann, hat sich nach dem Unglück des Fluges 4U 9525 bei den vielen Helfern bedankt. Die Opfer sollen bis Ende der Woche identifiziert sein.
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KölnEine Woche nach dem Flugzeugabsturz in den französischen Alpen hat Germanwings-Chef Thomas Winkelmann den Helfern in einer Videobotschaft gedankt. „Die Retter, Helfer und Betreuer vor Ort leisten Unermessliches“, sagte er. „Sie werden in beispielloser Weise unterstützt durch die Bevölkerung von Seyne-les-Alpes und der umliegenden Orte. Auch innerhalb unserer Germanwings-Familie und der gesamten Lufthansa-Gruppe kennt die Hilfsbereitschaft keine Grenzen.“ Der Verlust des Fluges gehöre zweifellos „zu den größten Tragödien unseres Landes“. Germanwings werde weiterhin alles in seiner Macht Stehende tun, um den Hinterbliebenen zu helfen.

„Ich möchte allen danken, die uns in diesen schweren Stunden und Tagen unterstützen und in Gedanken bei uns sind“, sagte Winkelmann. „Der Zuspruch und die tröstenden Worte vieler Menschen aus Deutschland, Europa und der ganzen Welt sind überwältigend. Sie machen uns Mut und geben uns Kraft für die kommende Zeit.“

Alle 150 Opfer des Flugzeug-Absturzes in den französischen Alpen sollen bis Ende der Woche identifiziert sein. „Diese Tage sind für die Hinterbliebenen sehr schwer, aber sie können dann ihre Trauerarbeit beginnen“, sagte der französische Präsident Francois Hollande am Dienstag bei einem Besuch in Berlin. Die jüngsten Katastrophen, der Anschlag auf die Satirezeitung „Charlie Hebdo“ in Paris und der Absturz der Germanwings-Maschine in den Alpen, hätten Deutsche und Franzosen einander noch näher gebracht, betonte er. Kanzlerin Angela Merkel dankte Hollande und der französischen Bevölkerung erneut für ihre großherzige Hilfe. Die Lufthansa sagte unterdessen die Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen der Fluggesellschaft ab.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der 27-jährige Copilot den Germanwings-Jet vor einer Woche absichtlich zum Absturz brachte und die anderen 149 Insassen mit in den Tod riss. Sein Motiv ist unklar. Die Staatsanwaltschaft teilte am Montag mit, dass Andreas L. vor einigen Jahren noch vor Erlangung des Pilotenscheins wegen Selbstmordgefahr in Behandlung war. Am Dienstag gaben die Ermittler keine neuen Erkenntnisse preis.

Die Bundeswehr kündigte unterdessen an, sie werde die Bergungsarbeiten in den Alpen mit zwei Hubschraubern unterstützen. Die Helikopter seien mit Winden ausgerüstet, um Helfer im steilen Gelände um die Absturzstelle bei Seyne-les-Alpes abseilen zu können, erklärte das Verteidigungsministerium. Deutschland entspreche damit einer Bitte der französischen Behörden. Der Hubschraubereinsatz solle in den kommenden Tagen anlaufen. Die Bergungsmannschaften suchen an der Unglücksstelle weiter nach den Überresten der 150 Absturzopfer, nach Wrackteilen sowie dem zweiten Flugschreiber.

Auf die Versicherungsunternehmen kommen nach Schätzungen der Lufthansa Ansprüche von 300 Millionen Dollar zu. Bei der Summe handle es sich um eine vorläufige Schätzung. Der endgültige Betrag könne darüber oder darunter liegen. Den Hauptteil der Kosten werden Schadenersatzzahlungen an die Angehörigen der Passagiere ausmachen. Hinzu kommen weitere Kosten für die Bergungsarbeiten und den Verlust des Flugzeugs, das wegen seines Alters von 24 Jahren noch etwa 6,5 Millionen Dollar wert war. Die Lufthansa zahlt den Hinterbliebenen zunächst bis zu 50.000 Euro je Opfer als Soforthilfe.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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