Nach Absturz vor Reichstag
Debatte um Überflugverbote

HB BERLIN. Nach dem Absturz eines Kleinflugzeugs vor dem Berliner Reichstag am Freitag Abend hat sich der Verdacht erhärtet, dass es sich bei dem Piloten um einen Selbstmörder handelte. Ein terroristischer Anschlag werde ausgeschlossen, bekräftigte der Vize-Präsident der Berliner Polizei, Gerd Neubeck, am Samstag in Berlin.

Nach dem für den Piloten tödlichen Absturz werden politische Forderungen gestellt. Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) fordert, an „politisch sensiblen Orten“ der Republik „zwingend ganzjährige Überflugverbote“ zu verhängen. Für seinen brandenburgischen Amtskollegen Jörg Schönbohm (CDU) offenbart der Absturz „eine unglaubliche Sicherheitslücke“. Die Luftraumüberwachung müsse so angepasst werden, „dass kein Flugobjekt mehr unter dem Überwachungsschirm hindurchschlüpfen kann“. Senator Körting zeigte sich hingegen skeptisch. Wenn ein Pilot über dem Stadtgebiet sei, könne man ihn nicht mehr aufhalten. Ein Flugverbot würde zudem eine Schließung aller Berliner Flughäfen und zahlreicher Landeplätze in Brandenburg nach sich ziehen. Auch die Deutsche Flugsicherung (DFS) lehnte eine totale Sperrung des Luftraums ab.

Die Ermittlungen nach dem Absturz dauern noch an. Für einen technischen Defekt gebe es nach der Auswertung von Zeugenaussagen und einem Amateurvideo keine Hinweise, so die Berliner Polizei. Eine Obduktion des Piloten, eines 39-jährigen Mannes aus Erkner, soll Aufschluss darüber geben, ob er möglicherweise einen Herzinfarkt erlitten hat.

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