Aus aller Welt

_

Nach BGH-Urteil: Bettina Wulff nimmt Feldzug gegen Google wieder auf

exklusiv Der Prozess von Bettina Wulff gegen Google geht im Herbst weiter. Davon geht der Anwalt der Ex-First-Lady aus. Wulff versucht seit Jahren, die Kombination ihres Namens mit Begriffen aus dem Rotlicht zu unterbinden.

Google Die kuriosesten Autovervollständigungen

Mit ihrer Geschichte fing die Debatte erst richtig an: Wer den Namen von Bettina Wulff bei Google eingibt, erhält von der Suchmaschine seltsame Vorschläge. Momentan taucht der Begriff „Rotlicht“ auf, aber auch „Prostituierte“ oder „Escort“ zählten eine Weile lang zu den gängigsten Autovervollständigungen bei der Eingabe des Namens. Die früheren First Lady hat sich dagegen auch juristisch zur Wehr gesetzt.

Düsseldorf„Bettina Wulff“ und „Escort“ – die Chancen stehen gut, dass diese und ähnliche Wortkombinationen künftig nicht mehr von Google vorgeschlagen werden. Das glaubt der Anwalt der Noch-Ehefrau von Ex-Bundespräsident Christian Wulff, Gernot Lehr. „Ich gehe von einem Verhandlungstermin im Herbst aus“, sagte er Handelsblatt Online.

Anzeige

Den ursprünglich festgesetzten Termin beim Landgericht Hamburg am 26. April hatten Bettina Wulff und ihr Anwalt auf Eis legen lassen, da sie das Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs (BGH) in der vergangenen Woche abwarten wollten. Jetzt will Bettina Wulff bei ihrem eigenen Verfahren durchstarten.

Die Entscheidung der BGH-Richter dürfte ihr und anderen Prominenten Rückenwind bringen. Der BGH hatte entschieden, dass Googles Autocomplete-Funktion – also das automatische Hinzufügen von Suchbegriffen – teilweise rechtswidrig ist. Im aktuellen Fall hatte ein Unternehmer geklagt, weil die Suchmaschine seinen Firmennamen mit den Begriffen „Scientology“ und „Betrug“ automatisch kombiniert hatte.

Nach eigenen Angaben hat Google in Deutschland bisher fünf Verfahren im Autocomplete-Streit gewonnen. Bevor sie die Klage einreichten, hatten Wulff und ihr Rechtsbeistand monatelang Gespräche mit Google über den Umgang mit dem Autocomplete-Algorithmus geführt.

Die Antwort des Konzerns war stets die Gleiche: Aus grundsätzlichen Erwägungen und zur Vermeidung des Vorwurfs der Zensur dürfe man den Automatismus nicht stoppen. Technisch sei das möglich, argumentierte stets Wulffs Anwalt. Etwa bei Kinderpornografie filtere der Konzern zweifelhafte und anrüchige Vervollständigungen.

Autocomplete Funktion Schwere Schlappe für Googles Suchtipps

Der Bundesgerichtshof hat in einem wegweisenden Urteil entschieden, dass peinliche Ergebnisse von Googles Autocomplete Funktion im Einzelfall rechtswidrig sind – das könnte das Aus für den umstrittenen Dienst bedeuten.

Autocomplete Funktion: Schwere Schlappe für Googles Suchtipps

Dem jüngsten Urteil entsprechend muss Google die Funktion zwar nicht abschaffen, konkrete Aufforderungen Betroffener müssen aber überprüft und gegebenenfalls unterbunden werden. Das könnte demnach auch auf den Fall „Wulff“ zutreffen. Seit Jahren kämpft die ehemalige deutsche First Lady darum, unwahre Gerüchte im Internet, sie habe eine Rotlicht-Vergangenheit, zu unterbinden.

Durch die Autocomplete-Funktion werden ihrem Namen Begriffe wie „Escort", „Artemis" oder „Rotlicht" hinzugefügt. Tippt man ein „P“ ein, führt das Programm etwa zu „Bettina Wulff Prostitution“, ein „N“ führt zu „Nylon“, „Netzstrümpfe“ oder „Nachtclub“. Die Liste ist beliebig fortsetzbar. Vielleicht nicht mehr allzu lang. „Das Urteil ist sehr ermutigend“, sagte Lehr. „Es war also richtig zu klagen.“

  • 21.05.2013, 12:13 UhrGaestle

    Hat Frau Wulff noch nicht alle Bücher an den Mann gebracht?

  • 20.05.2013, 20:43 UhrArmin-Harald

    Was sich Frau Wulff, nachdem ihr Mann aus dem Amt gedrängt wurde geleistet hat, ist schon nach Studium ihres Buches sehr grenzwertig.
    Ich sehe keinen moralischen Unterschied, ob die Dame früher mal im Milieu tätig war, oder sich nur die passenden Männer gesucht hat, um persönliche Vorteile auf Kosten dieser Männer zu erlangen!

  • 20.05.2013, 20:26 UhrPeterLandshut

    Das Problem liegt nicht in der Kombination des Gesuchten mit negativ belasteten Zusätzen (z.B. "Bettina Wulff Rotlich"), sondern mit POSITIV besetzten Zusätzen. Beispiele: "Bettina Wulff Missionar" oder "Bettina Wulff gefühlsecht". Denn was ist an Missionaren oder Gefühlen schon negativ?
    Das bedeutet, Google wird die Funktion komplett abschalten müssen. Freut sich Microsoft.

  • Die aktuellen Top-Themen
Frankfurter „Tatort“: Joachim Król vermisst Partnerin – und hört auf

Joachim Król vermisst Partnerin – und hört auf

Im November wird der Schauspieler ein letztes Mal als Frankfurter „Tatort“-Kommissar vor der Kamera stehen. Der Grund für seinen Weggang: Der Abschied seiner Partnerin Nina Kunzendorf.

Gesundheits-Studie: Woran die Deutschen leiden

Woran die Deutschen leiden

Fast Zweidrittel der Deutschen sind zu dick, jeder Zehnte hat Dauerstress und jeder zweite Mann trinkt gefährlich zu viel. In einer Großstudie analysiert das Robert-Koch-Institut, wie krank die Deutschen wirklich sind.

WDR-Intendantenwahl: Schafft es Tom Buhrow ganz nach oben?

Schafft es Tom Buhrow ganz nach oben?

Am Mittwoch entscheidet der WDR-Rundfunkrat, wer Monika Piel als Intendant beerben wird. Auch „Tagesthemen“-Moderator Tom Buhrow ist im Rennen. Er wäre nicht der erste bekannte Journalist auf dem Chefsessel des WDR.

  • Business Wetter
Eine junge Dame wirbt für Parship

Wer passt zu mir?

Finden Sie jetzt den passenden Partner. Partnersuche nur mit PARSHIP!