Nach bisherigen Ermittlungen verübten drei Attentäter die Anschläge
Zwei Deutsche auf Bali verletzt

Bei der Anschlagsserie auf der indonesischen Ferieninsel Bali sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin zwei Deutsche leicht verletzt worden. Die Bombenanschläge auf der indonesischen Ferieninsel sind nach bisherigen Ermittlungen von drei Selbstmordattentätern verübt worden.

HB JAKARTA. Die beiden deutschen Touristen - ein Mann und eine Frau - seien ambulant behandelt worden, sagte am Sonntag eine Ministeriumssprecherin in Berlin. Es gebe nach wie vor keine Hinweise darauf, dass Deutsche unter den Todesopfern seien, erklärte sie weiter. Die deutsche Botschaft in Jakarta und der deutsche Honorarkonsul auf Bali stünden in ständigem Kontakt mit den indonesischen Behörden.

Bei den drei nahezu zeitgleich erfolgten Bombenanschlägen in zwei Ferienorten waren am Samstagabend (Ortszeit) nach unterschiedlichen Berichten bisher 26 Menschen ums Leben gekommen, darunter drei Australier, ein Japaner und zehn weitere Ausländer. Fast 130 Menschen wurden nach Krankenhausangaben verletzt. Unter den Verletzten waren nach Krankenhausangaben auch 20 Australier, vier Amerikaner, vier Japaner, sechs Koreaner und weitere ausländische Urlauber.

Reste von Rucksäcken gefunden

Der für Anti-Terrormaßnahmen zuständige indonesische Generalmajor Ansyaad Mbai sagte dem australischen Fernsehsender ABC, an den Tatorten seien die Reste von Rucksäcken gefunden worden. Die Tatausführung deute zudem darauf, dass die radikalislamistische Gruppe Jemaah Islamiya (JI) hinter den Anschlägen stecke. Sie weise Parallelen zu frühen Anschlägen der Gruppe hin, die Verbindungen zum El-Kaida-Netzwerk haben soll.

Die Extremistengruppe wird auch für die Bombenanschläge auf Bali verantwortlich gemacht, bei denen vor fast genau drei Jahren mehr als 200 Menschen ums Leben kamen. Nach Angaben von Gen Mbai werden die beiden flüchtigen Malaysier Azahari Bin Husin und Noordin Mohamed Top als Drahtzieher der erneuten Anschläge verdächtigt. Sie stehen seit den Anschlägen 2002 ganz oben auf Indonesiens Fahndungsliste.

Bundeskanzler Gerahrd Schröder hat das Attentat auf Bali als „feigen und hinterhältigen Anschlag, der durch nichts zu rechtfertigen ist“, verurteilt. Die Nachricht habe ihn mit Abscheu und Entsetzen erfüllt, schrieb Schröder nach einer Mitteilung vom Sonntag an den Präsidenten der Republik Indonesien, Susilo Bambang Yudhoyono. Der Anschlag werde die Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft verstärken, gemeinsam mit aller Entschiedenheit gegen den Terrorismus vorzugehen.

USA warnt

Nach den Bombenanschlägen auf der indonesischen Ferieninsel Bali haben die USA ihre Bürger vor weiteren Attentaten in dem asiatischen Land gewarnt. Die indonesische Polizei versetzte die Sicherheitskräfte in der Hauptstadt Jakarta unterdessen in höchste Alarmbereitschaft. Rund 18.000 Polizisten wurden abbestellt, um Botschaften und andere mögliche Anschlagsziele zu schützen. In einer E-Mail der US-Botschaft in Jakarta hieß es am Sonntag, es bestehe weiterhin „die Möglichkeit der Gewalt und terroristischer Taten gegen US-Bürger und US-Interessen in ganz Indonesien“.

Die Touristeninsel Bali galt als „friedlicher Hafen“

Die rund 5500 Quadratkilometer große Insel Bali galt bis 2002 als „friedlicher Hafen“ inmitten der zahlreichen Krisenherde des Inselstaates Indonesien. Von blutigen Unruhen und anderen Gewaltausbrüchen wie vor allem auf der unmittelbar benachbarten Insel Java war das am südlichen Rand des mehr als 13 600 Inseln umfassenden indonesischen Archipels gelegene Ferienparadies verschont geblieben. Dennoch haben die innenpolitischen Unwägbarkeiten auch im Tourismus Balis ihre Spuren hinterlassen.

Das als „Zauberinsel“ und „Insel der Götter“ gepriesene Tropenparadies ist reich an Schönheiten der Natur und Kulturdenkmälern. Zum größten Touristenzentrum Indonesiens wurde die von vulkanischem Bergland geprägte Sundainsel unter anderem durch kilometerlange Strände und ausgedehnte Palmwälder sowie über 20 000 Tempelanlagen, Heiligtümer und hinduistische Friedhöfe.

Zu der unverwechselbaren balinesischen Kultur gehören die Gamelan- Musik und farbenprächtige Tempeltänze. Anders als die überwiegend muslimischen Regionen des indonesischen Inselreichs ist Bali hinduistisch geprägt. Während der im 16. Jahrhundert abgeschlossenen Islamisierung Indonesiens wurde die Insel zum Zufluchtsort der Hindus. Der Islam konnte auf der heute fast drei Millionen Einwohner zählenden Insel nie richtig Fuß fassen.

Die unweit der balinesischen Hauptstadt Denpasar gelegene Küstenstadt Kuta ist vor allem für die jüngere Generation zu einem bevorzugten Ferienziel geworden. Der kilometerlange Sandstrand mit einer grandiosen Brandung lockt viele Surfer an. Eine Vielzahl von Discotheken und Karaoke-Bars sind internationale Treffpunkte.

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