Aus aller Welt

_

Nach Brüderle-Vorwürfen: #Aufschrei gegen Alltagssexismus bei Twitter

Nachdem die Sexismus-Vorwürfe gegen Rainer Brüderle für Wirbel sorgten, haben zwei Twitter-Nutzerinnen unter dem Hashtag #Aufschrei eine gesellschaftliche Debatte zu Alltagssexismus angestoßen. Nicht alle finden das gut.

Frauen twittern von ihren Erfahrungen mit sexueller Belästigung. Quelle: dpa
Frauen twittern von ihren Erfahrungen mit sexueller Belästigung. Quelle: dpa

DüsseldorfDie Tweets laufen im Sekundentakt ein. Von gierigen Blicken auf der Straße oder in der Disco ist da die Rede. Von Dozenten, die ihre Studentinnen wie selbstverständlich zu sich nach Hause einladen, um bei einem Kaffee über die Hausarbeit zu sprechen. Oder von Bankern, die ihre „frauenlose Abteilung“ mit den Worten rechtfertigen, diesen „Umgangston wolle man auch keiner Frau antun“.

Anzeige

„Konferenzteilnehmer, die auf die Twitterwall schreiben, endlich säße mal etwas fürs Auge auf dem Podium“, schreibt zum Beispiel @fraeulein_tessa. „Dass ich mein Leben anpassen soll, um Männern keine Möglichkeit für Übergriffe zu geben“, zwitschert @Nienor. Und @Monte_Croe hält fest: „Der Chefarzt, der es schafft, mir in einstündigem Interview dreimal in die Augen und den Rest der Zeit auf den Busen zu glotzen.“

Während in den Medien die Sexismus-Vorwürfe gegen FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle thematisiert werden, veröffentlichen Twitter-Nutzerinnen seit dem späten Donnerstagabend ihre persönlichen Erfahrungen mit Alltagssexismus unter dem Hashtag #Aufschrei.

Das Hashtag #Aufschrei ist inzwischen unter den in Deutschland am meisten diskutierten Themen bei Twitter. Hunderte Frauen haben etwas beizutragen. Viele männliche Twitterer reagieren erstaunt: „Und wir Männer fragen uns, wie oft wir selbst schon Anlass für einen #Aufschrei waren“, zwitschert beispielsweise @astefanowitsch.

#aufschrei bei Twitter

Auch @paulezei ist sichtlich betroffen: „Schlimm, dass alle so spontan eine Geschichte erzählen können. Schäme mich etwas für meine Geschlechtsgenossen!“ Andere Männer allerdings machen sich lustig über die vorgetragenen Erfahrungen oder fordern den sofortigen „Schluss des #Aufschrei-Scheiß“. So meint @silvereisen: „Mädels, diese Opferrolle steht Euch nicht.“

Eins steht fest: Die Diskussion ist in vollem Gange. Verantwortlich dafür ist Nicole von Horst, die unter dem Namen @vonhorst twittert. Sie verschickte den ersten Tweet zum Thema, prompt stieg eine andere Twitter-Nutzerin ein.

Anne Wizorek alias @marthadear schlug schließlich das Hashtag #Aufschrei vor. „Es war und ist sehr beeindruckend zu beobachten, wie sich das Thema verselbstständigte, wie alle, die unter diesem Hashtag von ihren Erfahrungen berichten, es zu ihrer Sache machen“, freut sich Nicole von Horst im Gespräch mit Handelsblatt Online.

  • Die aktuellen Top-Themen
Film-Rezension „Schoßgebete“: „Nur beim Sex vergesse ich alle Probleme“

„Nur beim Sex vergesse ich alle Probleme“

Charlotte Roches Werke wissen zu schocken. Die Verfilmung von „Feuchtgebiete“ garnierte menschliche Abgründe mit nackten Körpern und viel Sex. „Schoßgebete“ geht nun einen ähnlichen Weg. Und macht doch vieles anders.

Facebook-Aktion: Gewinnen Sie bei der Handelsblatt-Schnipseljagd!

Gewinnen Sie bei der Handelsblatt-Schnipseljagd!

Geben Sie uns ein H! und ein A! Und ein N! Bei der Handelsblatt-Schnipseljagd ist jetzt Ihre Kreativität gefragt. Bei dieser Facebook-Aktion gibt es viele tolle Preise zu gewinnen!

Basketballstar im Kino: Einen großen Traum hat Dirk Nowitzki noch

Einen großen Traum hat Dirk Nowitzki noch

Basketballstar Dirk Nowitzki wird zum Kinoheld. Die Premiere des Dokumentarfilms war ein voller Erfolg. Der große Wunsch des Würzburgers ist es nun, noch einmal bei Olympia zu spielen. Der Anfang dafür ist gemacht.

  • Business Wetter
Eine junge Dame wirbt für Parship

Wer passt zu mir?

Finden Sie jetzt den passenden Partner. Partnersuche nur mit PARSHIP!