Nach dem Erdbeben
Gerettete Studentin gibt Italienern Hoffnung

48 Stunden nach dem verheerenden Erdbeben in Mittelitalien setzen die Retter ihre Suche nach Verschütteten weiter fort. Einen Hoffnungsschimmer gab es, als Helfer eine 20 Jahre alte Studentin aus den Trümmern befreien konnten.

HB ROM. Mehr als 5000 Helfer werden auch am heutigen Mittwoch in der verwüsteten Abruzzen-Hauptstadt L'Aquila und der Umgebung nach Überlebenden der Naturkatastrophe suchen. Bislang wurden 250 Todesopfer geborgen.

Einen Hoffnungsschimmer gab es am Dienstagabend für die Helfer. 42 Stunden nach der Katastrophe konnten die Retter eine 20 Jahre alte Studentin aus den Trümmern in L'Aquila befreien. Sie hatte in einem Hohlraum eines eingestürzten Hauses überlebt. Ihr Gesundheitszustand wurde von der italienischen Nachrichtenagentur ANSA als gut bezeichnet. Sie wurde mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen.

Die Retter befürchten, dass die Zahl der Opfer noch weiter steigt - weil noch etliche Menschen verschüttet sind und weil immer wieder neu die Erde bebt.

Erst am Dienstagabend ließ ein kräftiges Nachbeben der Stärke 5,3 in L'Aquila und mehreren Orten der Umgebung weitere Häuser einstürzen. Es war auch in Rom und im südlichen Kampanien zu spüren. Bereits zuvor hatte Regierungschef Silvio Berlusconi die Bewohner evakuierter Stadtteile vor einer Rückkehr gewarnt. Die Gefahr durch die Erschütterungen sei zu groß. Seit dem Erdstoß am Montag, dem folgenschwersten in Italien seit 1980, wurden insgesamt mehr als 280 Nachbeben gezählt. Immer wieder lösten diese Beben Panik in der Bevölkerung aus, richteten neue Schäden an.

Berlusconi sprach den unter Wassermangel und Energie-Notstand leidenden Menschen in L'Aquila Mut zu. „Wir lassen euch nicht im Stich“, sagte er. Die 17 000 betreuten Obdachlosen sind überwiegend bereits in Zelten untergebracht worden. Viele wurden in Unterkünfte an der Adria gefahren.

In die Diskussion über eine offensichtlich nicht erdbebensichere Bauweise in Mittelitalien hat sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf eingeschaltet. Das Beben vom Montag habe das Hospital San Salvatore in L'Aquila zu 90 Prozent zerstört, sagte eine WHO- Sprecherin und unterstrich damit die Notwendigkeit katastrophensicherer Krankenhäuser. Auch in Italien kritisierten Fachleute von neuem die unzureichende Bauqualität, zumal auch zahlreiche jüngere Gebäude eingestürzt seien.

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