Nach dem Erdbeben
Italien ruft den Notstand aus

Nach dem Erdbeben in Italien stehen viele Menschen vor dem Nichts. Die Regierung will helfen. Sie kündigte erste Hilfsgelder an und äußerte sich auch zur Erdbebenvorsorge. In der Nacht kam es zu Plünderungen.

Rom/AmatriceNach einem der verheerendsten Erdbeben in der jüngeren Geschichte Italiens mit mindestens 250 Toten hat die Regierung den Notstand ausgerufen. Zudem kündigte Regierungschef Matteo Renzi am Donnerstag die ersten Hilfsgelder von 50 Millionen Euro und Steuererleichterungen für die Menschen in den teils vollkommen verwüsteten Orten an. Renzi kündigte auch eine bessere Erdbebenvorsorge an.

„Das erste Wort, was einem in den Sinn kommt, ist tiefes Mitgefühl für das, was passiert ist“, sagte Ministerpräsident Renzi. „Wir sind als allererstes Menschen, nicht Politiker.“ Die Menschen hätten ein Recht darauf, zu ihren „Wurzeln“ zurückzukehren. Mit dem Ausrufen des Notstandes soll den Opfern schnell und unbürokratisch geholfen werden, dazu werden sonst geltende bestimmte Rechte ausgesetzt.

Bewohner der Unglücksregion würden von der Steuer befreit, sagte Renzi am Donnerstagabend. Zudem stellte er die Initiative mit dem Titel „Italienische Häuser“ vor, um der anhaltenden Kritik über Baustandards für Gebäude im Land entgegenzutreten.

Jüngste Vorschläge, wonach in Italien erdbebensichere Häuser gebaut werden könnten, nannte Renzi indes „absurd.“ So könne man sich nur schwerlich vorstellen, dass die Erdbeben-Tragödie und die Verwüstung hätten verhindert werden können, indem man „einfach eine andere Bautechnologie verwendet“, sagte er. „Wir reden über Ortschaften aus der Ära des Mittelalters.“

In mehreren Ortschaften in Zentralitalien wurden jahrhundertealte kulturhistorische Bauwerke beschädigt oder zerstört. Die Zahl der Todesopfer könnte nach Angaben des Zivilschutzes noch steigen. Das Beben könne „noch schlimmere Dimensionen erreichen als jenes in L'Aquila“ im Jahr 2009, warnte der Chef des Zivilschutzes, Fabrizio Curcio. Damals starben 309 Menschen.

Nach Angaben der Feuerwehr wurden bislang mindestens 215 Menschen lebend aus den Trümmern gerettet. Etwa 6000 Helfer kämpften unermüdlich gegen die Zeit. Aber einen Tag nach dem Beben einer Stärke von mehr als 6 schwand mit jeder weiteren Stunde die Hoffnung, noch Überlebende zu finden.

Derweil gab es auch erste Versuche der Plünderung. In Amatrice wurde ein Mann festgenommen, der in ein Haus eindringen wollte, teilte die Polizei mit.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%