Nach dem Hochwasser
Jakarta in großer Seuchengefahr

Nach den verheerenden Überschwemmungen hat sich die Lage in der indonesischen Hauptstadt Jakarta etwas entspannt. Nun beginnt das große Aufräumen, doch die Not ist nach wie vor groß. Zehntausende sind bereits mit verschiedenen Krankheiten und Verletzungen in die Notfallstationen gekommen.

HB JAKARTA. In mehreren Stadtteilen gingen die Fluten am Mittwoch leicht zurück. Viele Bewohner konnten in ihre Häuser zurückkehren und mit den Aufräumarbeiten beginnen. Allerdings warnten die Behörden weiter vor dem Ausbruch von Seuchen. Zudem drohen weitere Regenfälle die Situation in den kommenden Tagen wieder zu verschlimmern. Mindestens 56 Menschen kamen in den Fluten ums Leben, bis zu 340 000 Menschen mussten auf der Flucht vor dem Wasser ihre Häuser verlassen.

In einigen tiefergelegenen Stadtteilen stand das Wasser auch am Mittwoch noch meterhoch in den Straßen. Zehntausende der ärmsten Bewohner der Millionen-Metropole blieben weiter ohne Obdach. Auch war die Strom- und Wasserversorgung weiterhin unterbrochen.

Wegen des verunreinigten Wassers schätzten die Behörden die Gefahr eines Ausbruchs von Seuchen wie Typhus oder Cholera nach wie vor hoch ein. Mehr als 28 000 Menschen hätten sich bereits mit Beschwerden wie Hautausschlag oder Atemwegs-, Magen- und Darmerkrankungen in den Notfallstationen behandeln lassen, hieß es.

Vor allem Kinder litten unter den katastrophalen hygienischen Bedingungen. „Kleine Kinder sind anfälliger für Krankheiten und Seuchen als gesunde Erwachsene“, sagte die Koordinatorin der Indonesienhilfe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Katrin Wirsching. Zudem würden Kinder häufig die Gefahren des Hochwassers unterschätzen und sich aus Übermut in Lebensgefahr begeben, teilte die Kindernothilfe mit. Die deutschen Hilfsorganisationen kümmern sich seit Dienstag im Katastrophengebiet vor allem um die Verteilung von Lebensmitteln, Trinkwasser und Hygieneartikel.

Nach ersten Schätzungen der indonesischen Regierung beläuft sich der durch das Hochwasser entstandene Schaden auf rund 350 Mill. Euro. Das Hochwasser war am vergangenen Donnerstag durch sintflutartige Monsunregenfälle verursacht worden. Zeitweise waren 75 Prozent der Millionen-Metropole Jakarta und ihrer Umgebung überflutet.

Die indonesische Regierung erklärte, sie werde die internationale Gemeinschaft nicht offiziell um Hilfe bitten. Die EU sagte dennoch 600 000 Euro Unterstützung zu, die USA spendeten 100 000 Dollar (77 000 Euro), und die frühere Kolonialmacht Niederlande bot eine Million Euro an.

Private Spenden sind etwa bei der Katastrophenhilfe der Diakonie möglich:
Kennwort "Indonesien"
Spendenkonto: Diakonie Katastrophenhilfe Konto 502 707
Postbank Stuttgart: BLZ 600 100 70
www.diakonie-katastrophenhilfe.de

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