Nach dem Hurrikan „Katrina“
In New Orleans droht eine humanitäre Katastrophe

Zwei Tage nach dem verheerenden Hurrikan „Katrina“ droht in den Krisengebieten der USA eine humanitäre Katastrophe. Die Behörden in Louisiana, Mississippi und Alabama rechnen mit mehreren hundert Toten. Mehr als 2,5 Millionen Bewohner in der Region sind ohne Strom. Allein in Louisiana sind eine Million Menschen obdachlos.

HB NEW ORLEANS. In New Orleans plünderten Einwohner trotz eines verhängten Ausnahmezustandes Lebensmittelmittelgeschäfte. Nach Angaben des lokalen Fernsehsenders WDSU verletzte ein Plünderer einen Polizisten mit einem Kopfschuss. Das Wasser hat sich inzwischen auch seinen Weg in das historische Touristenviertel „French Quarter“ gebahnt. Soldaten der Nationalgarde haben hier Positionen bezogen, um Plünderungen der Hotels zu verhindern.

Die USA werden nach Angaben ihres Energieministers Samuel Bodman ihre strategische Ölreserve öffnen. Bereits am Donnerstag dürfte Rohöl an Unternehmen verliehen werden, sagte der Minister am Mittwoch im einem Interview mit dem Sender CNBC. Es habe bereits Anfragen von drei Unternehmen gegeben.

Der Monster-Hurrikan, der am Montag mit Brachialgewalt über die Küsten von Louisiana, Mississippi und Alabama hereinbrach, hat wahrscheinlich mehr Menschen das Leben gekostet und eine größere Verwüstung angerichtet als bislang angenommen. Mehr als 2,5 Millionen Einwohner waren in der Nacht zum Dienstag ohne Strom. Allein in Louisiana sind eine Million Menschen obdachlos geworden. Noch immer warten Tausende, die seit Tagen ohne Licht, Strom und Telefon auf den Dächern ihrer Häuser ausharren, auf Rettung. Niemand der Verantwortlichen weiß, wann die Strom- und Trinkwasserversorgung wieder hergestellt sein wird.

"Es sieht aus wie nach einem Angriff mit Atomwaffen"

In Mississippi wurde nach den Worten von Gouverneur Haley Barbour ein rund 100 Kilometer langer Küstenstreifen zu 90 Prozent zerstört. Es habe wie nach einem Angriff mit Atomwaffen ausgesehen, sagte Barbour dem Nachrichtensender CNN. Die Zahl der Todesopfer liege in Mississippi derzeit zwischen 50 und 80. „Wenn Sie diese Zerstörung sehen, ist alles möglich“, antwortete Barbour auf die Frage, ob sich die Zahl der Toten weiter erhöhen werde. Der Behördensprecher von Biloxi in Mississippi rechnet inzwischen mit mehreren hundert Toten, die unter den Schuttmassen begraben sein können.

US-weit wurden nach Angaben des Nachrichtensenders CNN vom Mittwoch mehr als 125 000 Nationalgardisten alarmiert, um in der Katastrophenregion bei den Rettungsarbeiten und der Versorgung der Bevölkerung zu helfen. Die US-Marine schickte ein Schiff zur Trinkwasserversorgung, das auch 600 Krankenbetten an Bord hat, sowie mehrere Schnellboote zur Unterstützung. In wenigen Tagen soll ein Lazarettschiff die Südküstenstaaten erreichen.

Seite 1:

In New Orleans droht eine humanitäre Katastrophe

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%