Nach dem milden Urteil des Jugendgerichtes
Bayern will "Mehmet" erneut ausweisen

Nach einer weiteren Verurteilung hat der bayerische Innenminister Günther Beckstein die erneute Ausweisung des früheren Serienstraftäters Mehmet in Aussicht gestellt.

HB MÜNCHEN. „Die Brutalität und kriminelle Energie „Mehmets' sind ein weiteres Mal gerichtlich bestätigt worden“, sagte Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) am Donnerstag. Dies beweise erneut, dass die Abschiebung „Mehmets“ als Jugendlicher richtig war und die Gerichtsentscheidung, ihn wieder zurückkehren zu lassen, falsch war. „Wir werden das Gerichtsurteil gründlich analysieren, sobald es schriftlich vorliegt und streben eine erneute Ausweisung „Mehmets“ an“, hieß es in der Mitteilung. Ein Münchener Gericht hatte zuvor den mittlerweile 20-jährigen wegen Körperverletzung und räuberischer Erpressung seiner Eltern zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Das Jugendgericht hatte Mehmet ausdrücklich milde bestraft. Die Richterin sagte dem 20-Jährigen, der seine Eltern verprügelt und beraubt hatte: „Das ist Ihre letzte Chance“, verhängte aber zugleich strenge Auflagen. Strafmildernd habe sich ausgewirkt, dass der als „Mehmet“ bekannt gewordene Muhlis A. ein Geständnis abgelegt habe und bei weitem nicht mehr so brutal zugeschlagen habe wie früher.

In die Gesamtstrafe wurde eine einjährige Bewährungsstrafe einbezogen, zu der „Mehmet“ wegen eines Raubüberfalls auf einen Schüler kurz nach seinem 14. Geburtstag 1998 verurteilt worden war.

Mehmet war 1998 im Alter von 14 Jahren aus Deutschland abgeschoben worden. Bis dahin hatte er mehr als 60 Straftaten begangen. Im Jahr 2002 konnte er nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts wieder zurückkehren, da das Gericht die Abschiebung wegen des besonderen Schutzes für Minderjährige für unzulässig erachtete.

Anfang März 2005 hatten ihn seine Eltern angezeigt, weil er immer wieder Geld von ihnen verlangt und sie mit Schlägen traktiert habe, wenn sie ihm das Geld verweigerten. Daraufhin wurde gegen „Mehmet“ Haftbefehl wegen räuberischer Erpressung und Bedrohung erlassen. Bereits damals hatte Beckstein angekündigt, eine erneute Ausweisung des jungen Mannes prüfen zu lassen.

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