Nach dem U-Boot-Drama
Russland will britische Rettungsroboter kaufen

Die russische Marine will zwei Exemplare des britischen Tauchroboters anschaffen, der das Mini-U-Boots im Pazifik in 190 Meter Tiefe von Kabeln und Schlächen befreit hatte. Unterdessen sind neue Vorwürfe an die Marineführung laut geworden.

HB WLADIWOSTOK. Der Kommandeur der russischen Pazifikflotte, Admiral Viktor Fjodorow, kündigte an, Russland wolle auch die komplette zum Scorpio-45 gehörende technische Ausrüstung kaufen, weil das Tauchboot nicht mit den vorhanden russischen Geräten funktioniere. Verteidigungsminister Sergej Iwanow habe die Beschaffung bereits gebilligt. Der Roboter kostet je nach Ausrüstung zwischen einer und fünf Million Dollar pro Stück. Die russische Marine besitzt zwar einen ähnlichen Roboter aus einheimischer Produktion, der aber bei der Nordflotte stationiert ist und nicht schnell genug an die Unglücksstelle im Pazifik gebracht werden konnte.

Der unbemannte Tauchroboter Scorpio-45 ist 2,75 Meter lang und 1,8 Meter hoch und wurde ursprünglich für die Ölindustrie entwickelt. Sechs Leute bedienen den Roboter, der an einem Kabel hängt und damit bis auf 925 Meter abgesenkt werden kann.

Scorpio 45 ist so gebaut, dass er sich per Flugzeug transportieren lässt - am Freitag brachten ihn 29 Mann in die russische Küstenstadt Petropawlowsk auf der Halbinsel Kamtschtaka und von dort weiter an die Unglücksstelle. In 190 Meter tiefe durchtrennten die Sägevorrichtungen des Scorpio 45 am Sonntag die Kabel und Seile, die das Mini-U-Boot seit Donnerstag im Pazifischen Ozean gefangen hielt. Der eingesetzte Roboter wird von einer Privatfirma im Auftrag des britischen Verteidigungsministeriums betrieben.

Unterdessen sind in Russland neue Vorwürfe an die Marineführung laut geworden. Wie die Zeitung "Kommersant" berichtet, hatte das Militär ein Freischleppen des U-Boots zunächst untersagt - aus Sorge, die Antenne der Unterwasser-Lauschanlage könnte beschädigt werden. "Kommersant" schreibt, russische Rettungskräfte hätten der zunehmend verzweifelten Besatzung per Funk mitgeteilt, auf Befehl "aus Moskau" dürfe man das fest sitzende U-Boot nicht mit Gewalt nach oben ziehen. Die Führung der russischen Pazifikflotte hatte in den vergangenen Tagen wiederholt betont, oberstes Ziel sei die Rettung der sieben im U-Boot gefangenen Männer gewesen.

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