Nach dem Unfall im Hamburger Hafen
Bergung des Chemie-Tankers vielversprechend gestartet

Bei der Bergung des im Hamburger Hafen mit Schwefelsäure beladenen Tankschiffs „ENA 2“ hat der Schiffsrumpf nach Feuerwehrangaben einem wichtigen Belastungstest Stand gehalten. Ein Schwimmkran hob das mit Tauen gesicherte Schiff leicht an. Diese Probe habe das Schiff bestanden und sei nicht weiter beschädigt worden, sagte Feuerwehrsprecher Peter Braun.

HB HAMBURG. Taucher untersuchten anschließend das Kiel oben liegende Schiff nach Schäden. Während des Hebemanövers wurde die Bevölkerung von oder Feuerwehr in einem Umkreis von einem Kilometer um die Unfallstelle vorsorglich aufgerufen, in geschlossenen Räumen zu bleiben. „Wir wissen nicht, inwieweit die Statik in Takt ist, jede Bewegung ist kritisch“, sagte der Feuerwehrsprecher.

Der Zustand der Fülleinrichtungen ist mit entscheidend für das erforderliche Abpumpen der 960 Tonnen Schwefelsäure aus den vier Tanks des Havaristen. Auch nach einer erneuten Lagebesprechung mit Vertretern von Feuerwehr, Polizei, Bergungsunternehmen und Norddeutscher Affinerie als Schiffseigner konnte kein genauer Zeitpunkt bekannt gegeben werden. „Wie und wann es weiter geht, ist noch völlig offen. Das Schiff wird uns noch mehrere Tage beschäftigen“, meinte Braun.

Am Mittwoch hatten Taucher Trossens eines Schwimmkrans unter dem kieloben liegenden Wrack hindurchgezogen. Damit sollte der Havarist zusätzlich stabilisiert werden. “Erst danach waren die Tauchgänge zur Inspektion gefahrlos möglich“, meinte Braun. Nach Feuerwehrangaben treten geringe Mengen Schwefelsäure aus. Darum spritzen ständig Feuerlöschboote einen feinen Wasserschleier über das Wrack, um mögliche Schwefelsäuredämpfe binden zu können.

Die „ENA 2“ war am Montag mit einem Containerschiff zusammengestoßen. Elf Menschen hatten leichte Verletzungen erlitten, nachdem Schwefelsäure aus den Be- und Entlüftungsanlagen ausgetreten war. Im Hafenbereich starben nach Angaben von Greenpeace rund 1000 Fische. Der 36-jährige Kapitän der „ENA 2“ hatte laut Staatsanwaltschaft zum Unglückszeitpunkt einen Blutalkoholwert von 2,1 Promille.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%