Nach der Brandkatastrophe: Moskau unter Schock
"Sie konnten noch nicht einmal auf Russisch um Hilfe rufen"

Einen Tag nach der Brandkatastrophe mit 36 Toten in einem Wohnheim für ausländische Studenten stand die russische Hauptstadt Moskau am Dienstag immer noch unter Schock. „Sie konnten nicht einmal auf Russisch um Hilfe rufen“, trauerte die Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ um die Opfer, die erst vor wenigen Wochen voller Hoffnung zum Studium nach Russland gekommen waren.

HB MOSKAU. Die meisten Todesopfer kamen aus China, Vietnam, Bangladesch und afrikanischen Ländern. 171 Verletzte wurden noch mit Brandwunden, Rauchvergiftungen und Knochenbrüchen in Krankenhäusern behandelt. Sechs von ihnen schwebten nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Lebensgefahr.

Weil die chinesische Führung nach dem Brand die Lebensbedingungen für ausländische Studenten in Russland kritisierte, kündigte der russische Außenminister Igor Iwanow eilig eine bessere Fürsorge für die jungen Gäste an. Die Sicherheit der Heime für ausländische und russische Studenten werde verbessert, sagte Iwanow. Er sprach dem Ausland sein „aufrichtiges Beileid wegen der vielen Opfer“ aus.

Die Ursache des Brandes stehe noch nicht endgültig fest, sagte der stellvertretende Zivilschutzminister Juri Worobjow. Es sei aber klar, dass in dem Wohnheim der Patrice-Lumumba-Universität gegen den Brandschutz verstoßen worden sei. Die ausländischen Studenten hätten nicht gewusst, wie sie sich retten sollen. Viele Opfer waren bei dem Brand in der Nacht zum Montag in Panik aus dem Fenster gesprungen.

Das 1961 gebaute fünfstöckige Wohnheim sei völlig heruntergekommen und überbelegt gewesen, schrieben Moskauer Zeitungen. Trotz Verbotes betrieben viele Studenten auf ihren schlecht geheizten Zimmern Heiz- oder Kochgeräte. Deshalb galt ein Kurzschluss oder Kabelbrand als wahrscheinliche Brandursache. Für Moskau war es der folgenschwerste Brand seit 1977, als 42 Menschen bei einem Feuer im Hotel „Rossija“ starben.

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