Nach der Geburt sind zahlreiche Fragen neu zu klären
Das Geheimnis glücklicher Eltern

Psychologen ergründen, wie aus glücklichen Paaren auch zufriedene Eltern werden.

Ist eine glückliche Partnerschaft nicht die beste Voraussetzung für eine glückliche Familie? Klingt logisch, aber so einfach ist es leider nicht. Das fanden amerikanische Familienforscher von der Ohio State University heraus. Viel bedeutender für das Familienglück ist, ob das Paar es auch mit Kind schafft, sich die Familienaufgaben partnerschaftlich zu teilen.

„Die Themen, mit denen Paare in der Kindererziehung konfrontiert sind, sind nicht die gleichen, mit denen man in der Partnerschaft ohne Kinder zu tun hatte“, erklärt Familienforscherin Sarah Schoppe-Sullivan den großen Einfluss des ersten Kindes auf die Liebesbeziehung der Eltern.

Vor der Geburt haben in modernen Partnerschaften meist beide einen Job und auch bei der Hausarbeit packen beide mit an. Nach der Geburt des Babys sind plötzlich zahlreiche Fragen neu zu klären: Wer geht arbeiten und wer bleibt zu Hause? Wer wickelt das Baby und bringt es ins Bett? Wer wäscht ab und bringt den Müll runter? Gleichzeitig müssen die Eltern, besonders in den ersten Monaten, mit wenig Schlaf auskommen – ein nicht zu unterschätzender Stressfaktor. Und das frühere Liebespaar muss sich damit abfinden, dass es wenig Zeit für Unternehmungen zu zweit gibt.

Viele Paare bekommen's nicht hin

Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Paare, bei denen beide Eltern bereits in den ersten Lebensmonaten mit dem Baby spielten, es versorgten und erzogen, nach drei Jahren eine gute und stabile Beziehung hatten. Offensichtlich waren sie erfolgreich in die neue Elternrolle hinein gewachsen. Wichtig dabei war, dass Mutter und Vater die Art des Partners im Umgang mit dem Kind gut fanden und unterstützten. Bei den Paaren, die sich schon am Wickeltisch über die Erziehungsmethoden stritten, war die Ehe nach drei Jahren dagegen merklich angeknackst.

Das Teilen der Erziehungs- und Haushaltsaufgaben hat auch der deutsche Familienforscher Professor Wassilios Fthenakis als einen wichtigen Glücksfaktor für junge Eltern ausgemacht. Durch seine Befragungen von jungen Familien fand er heraus, dass berufstätige Mütter zufriedener sind als Nur-Hausfrauen. Auch ermittelte er, dass viele Frauen unzufrieden sind, wenn sie die ganze Hausarbeit allein erledigen. Und dass die Stimmung in der Partnerschaft ganz entscheidend von der Zufriedenheit der Frau abhängt.

Eigentlich ist die Glücksformel für junge Eltern gar nicht schwer: Ein Job für die Frau, Haushaltsaufgaben für den Mann, und beide wickeln, füttern und unterhalten den Sprössling.

Trotzdem bekommen das viele Paare nicht hin. Fünf Jahre nach der Geburt des ersten Kindes ist die Scheidungsrate besonders hoch. „Viele Paare geben sich der Illusion hin, dass nach der Geburt des ersten Kindes alles so bleibt, wie es war“, beschreibt Entwicklungspsychologin Claudia Quaiser-Pohl den fundamentalen Denkfehler werdender Eltern. Und wer nicht darauf vorbereitet ist, dass mit dem Baby jede Menge Veränderungen und auch ein paar Probleme ins Haus kommen, ist natürlich schnell überfordert und gibt sich oder dem Partner die Schuld. Streit und Unzufriedenheit sind vorprogrammiert.

Paarberater empfehlen Paaren deshalb, sich schon vor der Geburt des ersten Kindes darüber zu einigen, wie sie sich die Kinderbetreuung teilen wollen, wer wieviel arbeiten geht, wer welche Aufgaben im Haushalt übernimmt. Was auf den ersten Blick ein bisschen kleinlich klingt, ist auf Dauer eine lohnende Investition in die Partnerschaft.

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