Nach Durchbruch mit „Skyfall“
Irans erste Stuntfrau auf dem Weg nach Hollywood

Ein Land voller Verbote, statt der rote Teppich: Mahsa Ahmadi ist die erste iranische Stuntfrau und kam mit dem Dreh für den Bond-Streifen „Skyfall“ in den Straßen Istanbuls zu Welterfolg. Nun will sie raus aus dem Iran.
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Teheran„Autounfälle kann ich besser als Männer“, sagt sie und schmunzelt. Mal steht Mahsa Ahmadi in hellen Flammen, mal stürzt sie von einer Brücke in einen reißenden Fluss, mal läuft sie wie schwerelos an einer Hochhauswand herunter oder springt vom Hubschrauber am Bungeeseil in die Tiefe – anstatt wie die Schauspiel-Kollegen wie jetzt bei der Berlinale in Berlin aber den Roten Teppich zu flanieren.

Die 24-Jährige beherrscht alles, was in ihrer Branche verlangt wird. Mahsa Ahmadi ist Stunt-Frau, die erste im Iran und eine von mittlerweile zehn im ganzen Land.

„Stunt 13“ heißt ihre Truppe, vor sechs Jahren von Arsha Aghdasi gegründet, einem drahtigen und energischen Mann. „Ich brauche den regelmäßigen Adrenalin-Stoß im Körper“, sagt er. Inzwischen hat seine Firma acht feste Mitarbeiter. „Mahsa ist die Beste“, schwärmt ihr 31-jähriger Boss. In 21 iranischen Filmen hatte sie bereits mitgespielt, bis 2012 mit James Bond der Welterfolg kam.

Zunächst meldeten sich die Macher von „Sky Fall“ bei den Iranern per Like auf deren Facebook-Seite, wo ihr Stunt-Clip mit einem sieben Meter senkrecht in die Luft geschleuderten Auto zu sehen war. Vier Wochen später kam per E-Mail eine Einladung zu Dreharbeiten in der Türkei. „Wir konnten es zuerst nicht glauben und dachten, da will uns jemand auf den Arm nehmen“, bekannten die beiden.

Im furiosen 15-Minuten-Auftakt des jüngsten 007-Abenteuers stürzt Daniel Craig alias James Bond nach einem wüsten Kampf auf dem Dach eines fahrenden Zuges schließlich angeschossen von einer 70 Meter hohen Brücke in die Tiefe. Autos rasen durch Istanbuls Marktgassen, Passanten hechten in Panik zur Seite. Am Ende geht die wilde Verfolgungsjagd per Motorrad durch den Großen Basar quer durch die Auslagen von Gewürzen, Brokatstoffen und Goldgeschmeide.

110 Stunt-Männer und vier Stunt-Frauen aus aller Herren Länder waren an den halsbrecherischen Szenen beteiligt, darunter Mahsa Ahmadi. Auch der spektakuläre Tiefensturz von James Bond lag in den Händen der kleinen iranischen Gast-Crew.

Ihre Leute gelten weltweit als die besten im Umgang mit Fangseilen. Letztes Jahr erhielt das 114-köpfige internationale Ensemble dann in Los Angeles ihre Weltklasse attestiert mit dem „Screen Actor Guild Award“ für die beste Stunt-Truppe in einem Kinofilm.

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Sie schwebt, biegt ihren Körper, formt graziöse Figuren

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  • Iran wird bald wieder zu Persien,
    so wie aus Leningrad wieder st. Petersburg wurde.

    Bis dahin müssen die Iraner aber das ablegen, was sie von der arbischen und türkischen Invasoren übernommen haben. auch wenn viele Iraner gerne stolz auf ihre alte Kultur sein wollen, es ist fast nichts mehr davon da.

    Perser sind Indogermanen keine Araber, die eigentlich nur von dem leben können, was sie anderen geraubt haben. Hinzu kommt, dass der Frauenfeidliche Islam auch nicht zu einem Perser passt.

    Trotzdem, der Riss ist da und mit etwas Mut könnte Persien wieder entstehen.

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