Nach Florida-Schießerei New Yorker Ex-Bürgermeister Bloomberg ruft zur Anti-Waffen-Demo auf

Bloomberg fordert zur Unterstützung von Initiativen gegen Waffengewalt auf. Andere US-Politiker äußern sich zurückhaltend.
Update: 15.02.2018 - 20:54 Uhr 1 Kommentar
Ein junger Mann hat in Florida um sich geschossen. Nun versuchen die Bewohner von Parkland, das Geschehene zu verarbeiten. Quelle: AFP
Trauernde in Florida

Ein junger Mann hat in Florida um sich geschossen. Nun versuchen die Bewohner von Parkland, das Geschehene zu verarbeiten.

(Foto: AFP)

ParklandNach der Schießerei an der Marjory Stoneman Douglas High School in der Kleinstadt Parkland in Florida, bei der am Mittwoch 17 Menschen ums Leben gekommen sind, fordern Politiker die Regierung auf, etwas zum Schutz der Bürger vor Waffengewalt zu tun.

So twitterte der ehemalige Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg: „Wir müssen von unserer Regierung verlangen, zum Schutz der Bürger zu handeln.“ Dabei verwies Bloomberg auf die beiden Initiativen „Everytown“ und „Moms Demand“, die sich beide für strengere Regelungen für Waffenbesitz einsetzen.

Der Politiker, der in seiner Karriere zwischen dem demokratischen und republikanischen Lager wechselte, forderte die Twitter-Gemeinde dazu auf, sich an einem Event der beiden Organisationen zu beteiligen, die „eine vernünftige Lösung für das Problem der Waffengewalt“ in den USA forderten.

Dagegen sagte der Sprecher des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, in einem Interview mit dem konservativen Radiosender WIBC, die Schießerei in Florida solle nicht das Recht der Leute beschränken, Waffen zu besitzen. „Ich denke, in diesem Moment müssen wir einmal durchatmen und die Fakten sammeln“, sagt der US-Republikaner. Auf Twitter gab sich Ryan bestürzt und nannte die Schießerei „das pure Böse“.

Auch Floridas Gouverneur Rick Scott verurteilte die Attacke als das „pure Böse“. Er könne sich nicht vorstellen, was die Familien der Opfer jetzt durchleben müssten, sagte er am Mittwochabend in der Nähe das Tatorts.

US-Präsident Donald Trump bot in einem Telefonat mit Scott die Unterstützung der Regierung an. „Wir schließen die Opfer und ihre Freunde und Familien weiter in unsere Gedanken und Gebete ein“, sagte Trumps Sprecherin.

Senator Marco Rubio aus Florida sagte, er sei bereit, dem Staat, den Behörden vor Ort sowie „jedem, der von dieser fürchterlichen Tragödie betroffen ist“, zu helfen. Die für Florida im Repräsentantenhaus sitzende Demokratin Debbie Wasserman-Schultz erklärte, die Attacke in Parkland sei „eine weitere sinnlose Schulschießerei“.

Bei dem Vorfall am Mittwoch hat ein 19-Jähriger an einer High School in Florida ein Massaker verübt und 17 Menschen getötet. Der Verdächtige sei festgenommen worden, sagte der Sheriff des Bezirks Broward County, Scott Israel, am Mittwoch (Ortszeit). Es handele sich um einen früheren Schüler, der als Disziplinarmaßnahme der Schule verwiesen worden war. Es war die folgenschwerste Bluttat an einer Schule in den USA seit einem Überfall auf eine Grundschule in Newtown, Connecticut, vor mehr als fünf Jahren.

Am Nachmittag waren Schüsse aus der Marjory Stoneman Douglas High School in der Kleinstadt Parkland gemeldet worden. Schüler schickten Textbotschaften aus dem Gebäude an ihre Eltern und berichteten von Polizei, viele verbarrikadierten sich in ihren Klassenräumen. TV-Luftaufnahmen zeigten Einsatzkräfte auf dem Weg in die Schule und Dutzende Schüler, die danach aus dem Gebäude eilten.

Laut Sheriff Israel wurden zwölf Menschen im Schulgebäude erschossen, zwei außerhalb der Einrichtung und eine weitere Person in einer nahegelegenen Straße. Zwei andere seien später in medizinischer Behandlung gestorben. Über das Motiv des Täters wurde bislang nichts bekannt. Neben der örtlichen Polizei nahm auch die Bundespolizei FBI Ermittlungen auf.

Zu dem Verdächtigen sagte der Sheriff, dieser sei etwa eine Stunde später in einem nahegelegenen Wohnviertel festgenommen worden. Er habe keinen Widerstand geleistet. Nikolas C. habe während des Angriffs eine Gasmaske, Rauchgranaten und mehrere Magazine bei sich getragen, hieß es. Er eröffnete das Feuer mit einer halbautomatischen Waffe. Details dazu, wann der Ex-Schüler die Einrichtung in der Vergangenheit besuchte, gab der Sheriff bisher nicht bekannt.

Der Verdächtige wurde stundenlang verhört und anschließend in ein Gefängnis überführt, wie auf Fernsehaufnahmen zu sehen war.

Senator Bill Nelson sagte dem Sender CNN, C. habe den Feueralarm ausgelöst, so dass viele Schüler aus den Klassenzimmern in die Flure drängten. „Und dort begann das Blutbad“, sagte Nelson unter Berufung auf das FBI.

Die Ermittler hätten Posts des Verdächtigen in den sozialen Netzwerken analysiert und dabei Material gefunden, das „sehr, sehr verstörend“ sei, sagte Israel. Ein früherer Schulkamerad sagte, der mutmaßliche Täter habe auf Instagram etwas über das Töten von Tieren gepostet. Er sei manchmal seltsam und eine Art Einzelgänger gewesen.

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1 Kommentar zu "Nach Florida-Schießerei: New Yorker Ex-Bürgermeister Bloomberg ruft zur Anti-Waffen-Demo auf"

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  • Es ist wirklich unglaublich. Seit Anfang des Jahres gab es lt. verschiedenen Medien 18 oder 19 Vorfälle mit Bewaffneten an US-Schulen. In nicht mal 2 Monaten! Wenn es dieselbe Zahl Terrorangriffe gegeben hätte, würden die Staaten sich längst im Ausnahmezustand befinden. Und was fällt den Gouverneuren und dem Präsidenten in dieser Situation ein? Ja, beten!! Das hilft sicher. Im Gegenzug wird die Bevölkerung ganzer Staaten unter Generalverdacht gestellt und darf das Land nicht besuchen.

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