Nach Flughafen-Drohung
Fahnder nehmen Verdächtigen fest

Die Telefonnummer im Display brachte die Ermittler auf die Spur der Anrufer. Sie sollen Flughäfen Düsseldorf und Berlin mit Bomben gedroht haben. Die Nummer war falsch - und trotzdem verräterisch.
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FrankfurtNach erpresserischen Bombendrohungen bei den Flughäfen Berlin-Schönefeld und Düsseldorf sowie einem massenhaften Versand schädlicher E-Mails haben Fahnder einen 23-Jährigen festgenommen. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt und das Landeskriminalamt Brandenburg ermitteln gegen insgesamt sieben Männer im Alter von 17 bis 24 Jahren wegen des Verdachts der Erpressung, des öffentlichen Androhens von Straftaten, der Nötigung und Bedrohung. Das teilte Oberstaatsanwalt Alexander Badle am Freitag in Frankfurt mit.

Sechs Wohnungen in Nordrhein-Westfalen (Castrop-Rauxel, Mönchengladbach), Baden-Württemberg (Tuttlingen, Lörrach) und Niedersachsen (Einbeck) wurden in den vergangenen drei Monaten durchsucht. Dabei stellten die Ermittler Datenträger mit mehr als 21 000 Gigabyte sicher. Ein für Straftaten verwendetes Internetforum wurde abgeschaltet. In zwei Wohnungen in Mönchengladbach und Einbeck fanden die Ermittler Hinweise auf den Versand der Spam-Mails mit Absender des Bundeskriminalamts (BKA) Anfang Dezember 2013.

Einer der Verdächtigen soll am 24. Oktober 2013 mehrfach Mitarbeiter des Flughafens Berlin-Schönfeld angerufen und mit der Explosion einer Bombe gedroht haben, falls er nicht mit einem namentlich auch in der Hackerszene bekannten BKA-Beamten verbunden werde. Zwei Wochen zuvor waren beim Flughafen Düsseldorf sieben erpresserische Drohanrufe eingegangen, bei denen die Täter die Zahlung von einer Million Euro in der Internet-Währung Bitcoins gefordert und ebenfalls mit einer Bombenexplosion gedroht hatten.

Anrufer soll der 23-Jährige aus dem Kreis Recklinghausen gewesen sein. Er sitzt wegen Verdunklungsgefahr in U-Haft, die Staatsanwaltschaft Dortmund ermittelt. Die anderen sechs jungen Männer sind den Angaben zufolge identifiziert. Ob sie sich alle persönlich kennen und die Gruppe vielleicht noch größer ist, stand zunächst nicht fest.

Die Ermittler kamen den Tätern über eine Nummer im Telefondisplay auf die Spur. Diese gehörte zwar keinem der Täter, wohl aber einer Person, die mit der Gruppe in Kontakt gestanden und in Ungnade gefallen sein soll, sagte Badle.

Diese Telefonnummer wurde auch beim Missbrauch von Notrufnummern in Mönchengladbach, dem Anruf einer Polizeistelle in Düsseldorf sowie Anrufen bei einem Lebensmittelmarkt in Düsseldorf verwendet. Bei den Drohanrufen bei den Flughäfen waren zwar die Stimmen mit einer Software verzerrt worden, konnten aber mitgeschnitten und kriminaltechnisch ausgewertet werden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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