Nach Freispruch von Polizisten
„Hört auf, uns zu töten“

Erneut gehen Protestierende in St. Louis auf die Straßen. Sie demonstrieren gegen den Freispruch eines weißen Polizisten, der einen Schwarzen erschossen hat. Der Vorfall vor sechs Jahren rüttelt die Stadt noch immer auf.
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St. LouisMit einem sechs Minuten andauernden Schweige-Protest haben Hunderte Demonstranten in St. Louis an einen von einem weißen Polizisten erschossenen Schwarzen erinnert. Vor der Polizeibehörde der Stadt sangen sie danach „Hört auf, uns zu töten“. Es war der dritte Tag infolge, an dem Protestierende auf die Straßen gingen, um gegen das aus ihrer Sicht ungerechte Urteil in einem Tötungsfall zu demonstrieren. 2011 hatte ein Polizist den 24 Jahre alten Anthony Lamar Smith erschossen, sechs Jahre später war am Freitag der Freispruch vom Vorwurf des Mordes erfolgt.

Nach Angaben der Organisatoren stand die Zahl des sechsminütigen Schweige-Protests stellvertretend für die Anzahl der Jahre zwischen dem tödlichen Vorfall und dem Freispruch. Die Mutter des damals Getöteten nahm ebenfalls an der Demonstration teil. Rund um den Polizeisitz von St. Louis sperrten die Behörden mehrere Straßen ab. Vor und nach der Gedenkaktion marschierten die Protestierenden durch die Straßen. Sie riefen Slogans wie „So sieht Demokratie aus“.

Bereits am Freitag und Samstag hatte es tagsüber friedliche Proteste gegeben, nachts waren sie jedoch in Gewalt eskaliert. Es gab mehr als 40 Festnahmen.

Der Gouverneur von Missouri, Eric Greitens, warnte am Sonntag, jeder, der dabei erwischt werde, fremdes Eigentum zu zerstören, werde zur Rechenschaft gezogen. Am Vortag hätten einige Kriminelle entschieden, Fenster mit Steinen einzuschlagen. Sie hätten offenbar gedacht, damit davon zu kommen. „Sie lagen falsch. Unsere Polizisten schnappten sie, legten sie in Handschellen und warfen sie ins Gefängnis“, so Greitens via Facebook.

Bei den Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten waren allein am Samstagabend mindestens neun Menschen festgenommen worden. Mindestens die Hälfte aller Geschäfte in der zwei Straßenzüge umfassenden beliebten Ausgehmeile Delmar Loop waren beschädigt worden.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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  • Gem. alternativer Medien haben Linksradikale Anliegen stark pigmentierter Mitbürger genutzt um einen schönen Krawall zu inszenieren.

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