Nach Hurrikan „Irma“

Zahl der Toten in den USA steigt auf 18

Mit aller Kraft räumt Florida auf. Die Schäden durch Hurrikan „Irma“ sind gewaltig. US-Präsident Trump will nun zerstörte Orte besuchen. Schlimme Nachrichten kommen aus einem Pflegeheim, das im Sturm ohne Strom war.
Update: 13.09.2017 - 19:06 Uhr Kommentieren

„Irma“ hinterlässt nichts als Trümmer und Zerstörung

„Irma“ hinterlässt nichts als Trümmer und Zerstörung

Miami/JacksonvilleDie Zahl der Toten in den USA nach dem verheerenden Hurrikan „Irma“ hat sich auf mindestens 18 erhöht. In Hollywood nördlich von Miami starben nach Angaben der Bürgermeisterin wegen einer defekten Klimaanlage fünf Insassen eines Pflegeheims. Dem Sender CBS zufolge hatte der Stromausfall wegen des schweren Sturms zu einem Generatorendefekt geführt – die Menschen seien dann an einer Gasvergiftung gestorben.

Die Feuerwehr wurde am Morgen zum „Hollywood-Hills“-Heim gerufen. Den Angaben zufolge starben zwei Menschen in dem Heim und drei in einem nahen Krankenhaus, in das sie gebracht worden waren. Aus dem Pflegeheim wurden mehr als 100 Menschen in Sicherheit gebracht. Ein Mitarbeiter des Klimaanlagen-Herstellers Airstron sagte dem Sender ABC, man habe sich tagelang vergeblich bemüht, eine defekte Sicherung der fraglichen Anlage zu reparieren.

Vor dem Zwischenfall in Hollywood hatte die „New York Times“ die Zahl der US-Toten auf 13 beziffert. Insbesondere auf der Inselgruppe Florida Keys könne ihre Zahl aber noch steigen. Dorthin kehrten am Dienstag die ersten Anwohner zurück. 90 Prozent der Häuser auf den Inseln wurden zerstört oder schwer beschädigt. Bei seinem Zug durch die Karibik waren infolge des Hurrikans zuvor mindestens 37 Menschen gestorben.

Was Hurrikan Irma alles zerstört hat
Inselkette unter Wasser
1 von 15

Zuerst überzogen massive Sturmfluten die Inselkette Florida Keys, bevor mit das Auge des Hurikan Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern brachte. In Key Largo steht das Urlaubsgelände "Gilbert's Resort" komplett unter Wasser. Im 145 Kilometer entfernten Key West warnten die Behörden am Dienstag vor einer zu schnellen Rückkehr. Es gäbe weder Strom noch Wasser, und die Hauptverkehrsstraße sei teilweise zerstört, erklärte der Bürgermeister.

Florida Keys zu großen Teilen zerstört
2 von 15

Die Inselgruppe fiel dem Wirbelsturm nahezu ungeschützt zum Opfer. Mit einer Gesamtlänge von über 290 Kilometern liegt sie vor der Ostküste im Atlantischen Ozean. Sie hat die ungebremste Wucht des Wirbelsturms erlebt. Viele der Strandhäuser wurden stark beschädigt. Die Inselkette hat rund 70.000 Einwohner.

Ausnahmezustand
3 von 15

Der Sturm hat Bäume entwurzelt und zahlreiche Menschen obdachlos gemacht. Auf Saint Martin hat "Irma" eine Schneise der Zerstörung hinterlassen., die Infrastruktur ist stark beschädigt. 170.000 Haushalte haben seit Sonntag keine Stromzufuhr. An ein normales Leben ist hier zur Zeit nicht zu denken. Auch deshalb sollten Bewohner noch warten, bevor sie in ihre Städte zurückkehren. Am Sonntag traf der Hurrikan mit Stärke 4 die vorgelagerte Inselgruppe auf Höhe der Insel Marathon.

Segelboote auf dem Land
4 von 15

Aber auch auf dem Festland sieht es nicht besser aus. Wo das Wasser bereits abgezogen ist, kommt ein Bild der Zerstörung zum Vorschein. Boote und Yachten wurden in die Städte gespült, so wie hier in Coconut Grove im Süden von Miami. Dabei haben sie teilweise Häuser zerstört.

Geisterstädte nach Evakuierung
5 von 15

Besonders schwer traf es die Hausboote, die ungeschützt vor der Küste lagen. Mehr als fünf Millionen Menschen waren von dem Mega-Sturm betroffen. In Florida wurden die meisten von ihnen evakuiert.

Erste Aufräumarbeiten
6 von 15

Seit Montag werden die Stromleitungen nach und nach repariert, wie hier auf einer Straße in St. Petersburg in Florida. Die Aufräumarbeiten laufen langsam an.

Collier County
7 von 15

In Collier County steht in manchen Gegenden kein einziges Haus mehr.

US-Präsident Donald Trump wird Florida an diesem Donnerstag besuchen. Welche der besonders zerstörten Gebiete er aufsuchen wird, war am Mittwoch zunächst nicht bekannt.

Weiterhin stehen große Gebiete im Südosten der USA unter Wasser, so die Großstadt Jacksonville im Nordosten Floridas. Fernsehbilder zeigten hüfthohes Wasser. Topographisch ungünstig gelegen, werden die Überschwemmungen noch tagelang anhalten. Meteorologen warnten sogar vor einer Verschlimmerung der Lage, bringe doch der in der Großstadt mündende St. Johns-Fluss viel Wasser.

Nach wie vor waren in Florida Millionen Menschen ohne Strom. Die Behörden bezifferten ihre Zahl am Mittwoch auf 4,9 Millionen. Bis auf wenige Ausnahmen sollen die Ausfälle binnen zehn Tagen behoben sein.

Die vergleichsweise niedrige Zahl von Todesopfern durch die Hurrikane „Harvey“ und „Irma“ in den USA geht Experten zufolge auch auf Verbesserungen im Katastrophenschutz zurück. „Es gibt keinen Zweifel, dass wir besser geworden sind“, sagte Brian Wolshon, Spezialist für Bevölkerungsschutz von der Louisiana State University, der „New York Times“. „Was wir tun, ist nicht kompliziert, es geht nur um den politischen Willen und die Notwendigkeit, es zu tun.“

Als „Katrina“ 2005 New Orleans traf, starben mehr als 1800 Menschen, Bei den Stürmen „Irma“ in Florida und „Harvey“ in Texas zusammen sind es in den USA bislang weit unter 100. Eine offizielle Bilanz gibt es angesichts der anhaltenden Überschwemmungen aber noch nicht. Florida hatte Glück im Unglück: „Irma“ zog nicht voll über die stark besiedelte Küstenregion um Miami hinweg. Eine vorhergesagte tödliche Flutwelle an der Golfküste blieb weitgehend aus.

Stars wie Beyoncé, George Clooney, Julia Roberts und Stevie Wonder warben am Dienstagabend (Ortszeit) mit einem TV-Spendenmarathon um Geld für die Opfer. Bei der Veranstaltung kamen nach ersten Angaben rund 15 Millionen Dollar (etwa 12,5 Millionen Euro) zusammen.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Nach Hurrikan „Irma“ - Zahl der Toten in den USA steigt auf 18

0 Kommentare zu "Nach Hurrikan „Irma“: Zahl der Toten in den USA steigt auf 18"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%