Nach Insolvenz
Wird „Anton-Schlecker-Straße“ zur „Schlecker-Frauen-Allee“?

Als Schlecker in den 90er Jahren in Melle ein Lager bauen ließ, forderte das Unternehmen eine „Anton-Schlecker-Straße“ als Adresse. Nach der Insolvenz wollen die Grünen eine Umbenennung des 300 Meter langen Weges.
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MelleNiemand wohnt hier. Direkt an der Autobahn liegt in Melle bei Osnabrück ein Gewerbegebiet. Dort betrieb der frühere Drogerie-Marktführer Schlecker ein Lager, bot gut 100 Mitarbeitern Jobs. Doch die Insolvenz des Unternehmens führte zur Schließung des Standorts. Weil Schlecker Ende der 90er Jahre auf die „Anton-Schlecker-Straße“ als Adresse für das Lager bestand, diskutieren die Meller nun, nach der Pleite des Unternehmens den Straßennamen zu ändern.

Den Anfang hatte die Gewerkschaft Verdi gemacht: Statt „Anton-Schlecker-Straße“ sollte der gut 300 Meter lange Weg doch besser „Schlecker-Frauen-Allee“ heißen, hatte Anne Preußer von der Osnabrücker Verdi-Geschäftsstelle schon im vergangenen Jahr gefordert und dem früheren Unternehmensführer nicht nur Managementfehler, sondern auch Verantwortungslosigkeit und Gier vorgeworfen: „Deshalb wollen die Schlecker-Frauen, dass der Straßenname in Melle umbenannt wird“, sagte Preußer damals.

Ein richtiger Antrag an die Stadtverwaltung sei das wohl nicht gewesen, sagt Stadtpressesprecher Jürgen Krämer: „Es war wohl eher eine in der Öffentlichkeit formulierte Anregung.“ Immerhin habe sich daraufhin auch der Ortsrat Melle-Mitte mit dem Vorschlag beschäftigt, allerdings ohne richtige Konsequenzen, sagt Reinhardt Wüstehube von den Grünen. „Das war wohl eher als Provokation gedacht.“ Aber es brachte den Kommunalpolitiker, der beruflich Schulleiter ist, auf die Idee, tatsächlich einen Antrag auf Umbenennung zu stellen. Im Gespräch ist nun die Flurbezeichnung „Am Sandkamp“.

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  • "Nach der Insolvenz wollen die Grünen eine Umbenennung des 300 Meter langen Weges."
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    "Das mache nur Kosten und viel überflüssige Arbeit. „Das kostet hier jedes Unternehmen mindestens 10.000 Euro“, sind er und seine Nachbarn überzeugt.
    Firmendrucksachen müssten geändert werden, auch Beschriftungen von Firmenwagen. Den Kunden müsste man die neue Adresse mitteilen, bis sich das endgültig herumgesprochen habe, werde viel Zeit vergehen..."
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    Mal wieder typisch grüner, ideologischer Schwachsinn. Ich würde mich als anliegende Firma "bedanken", wenn ich aus völlig weltfremdem Gründen einiger Gutmenschen auf einmal einen Batzen Kosten am Hals hätte! Denn eines ist wohl klar, die GrünInnen werden diese Kosten garantiert NICHT übernehmen! Auf solche Ideen kann wirklich nur einer kommen, der im Leben noch nicht (selbstständig) gearbeitet hat.

  • Nach dem Artikel hat Anton Schlecker in dieser Strasse etwas geschaffen, das legitimierte die Namensgebung. Die Vergangenheit hier vergessen zu machen ist großer Quatsch!

    Aber: Sobald in Melle mal wieder eine neue Strasse gebaut wird sollte sie unbedingt "Schlecker-Frauen-Allee" heißen! Und die darauf Folgende dann auf jeden Fall "Am Sandkamp"! :-P

    Unglaublich, dass sich Gewerkschaft und Politik hiermit beschäftigt / beschäftigen muss...

  • Es ist durchaus üblich, Straßen nach Firmen zu benennen.

    Ich habe es auch schon erlebt, daß eine Straße mit neutralem Namen nach Zuzug einer großen Firma deren Namen bekam.

    Es sollte möglich sein, Straßen auch wieder neutral zu benennen, wenn die Firma nicht mehr da ist. Demzufolge ist "Am Sandkamp" eine gute Lösung.

    Der Vorschlag der Grünen ist vollkommen lächerlich.

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