Nach langer Krankheit
Sterbehelfer "Dr. Death" gestorben

Der US-Amerikaner Dr. Jack Kevorkian hat zahlreichen Schwerkranken den Wunsch nach Sterbehilfe erfüllt. Jetzt ist der "Dr. Tod" genannte 83-Jährige gestorben - auf natürliche Weise.
  • 0

New YorkEr erfüllte wenigstens 130 Menschen den Wunsch eines schmerzlosen „Selbstmordes“. Jetzt ist der umstrittene Pionier der Sterbehilfe in den USA, Dr. Jack Kevorkian, nach Angaben seiner Anwälte im Alter von 83 Jahren gestorben. „Dr. Death“ oder „Dr. Tod“, wie er in den Medien hieß, war seit Jahren krank. Er wurde schon 2007 wegen eines nicht näher bekannten Leidens begnadigt und vorzeitig aus der Haft entlassen. Doch anders als die Patienten, denen er in einem alten Campingbus, auf Zelt- und Parkplätzen, Sterbehilfe geboten hatte, wartete er selbst die Stunde seines natürlichen Todes ab.

Wer war dieser Mensch, der die Justiz jahrelang an der Nase herumführte, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit sichtlich genoss und sich am Ende selbst die Schlinge legte? US-Medien wie die „New York Times“ würdigten ihn am Freitag, wenige Stunden nach seinem Tod, als „starrhalsigen Advokaten für das Recht von Sterbenskranken, den Zeitpunkt und die Art ihres Todes in die eigene Hand zu nehmen“. Dank Kevorkian verschrieben US-Ärzte heute auch eher die starken Schmerzmittel, die schwerkranken Patienten das Leben erleichtern.

Sieben Jahren nach Kevorkians erstem Akt von Sterbehilfe erlaubte der US-Bundesstaat Oregon seinen Ärzten, das Leiden todgeweihter Patienten mit entsprechenden Medikamenten zu verkürzen. Als das Gesetz „Tod in Würde“ 2006 vor dem Supreme Court der USA angefochten wurde, bestätigten die höchsten Bundesrichter die Initiative der Oregoner Legislative. Der amerikanische Ärzteverband in Chicago kritisierte den Pathologen aus einem Vorort der Industriestadt Detroit nichtsdestotrotz als „eine große Gefahr für die Öffentlichkeit“.

Seite 1:

Sterbehelfer "Dr. Death" gestorben

Seite 2:

Kommentare zu " Nach langer Krankheit: Sterbehelfer "Dr. Death" gestorben"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%