Nach Lesbenkuss: Wien schämt sich für Café Prückel

Nach Lesbenkuss
Wien schämt sich für Café Prückel

Weil sie sich küssten, wurde ein lesbisches Paar in einem Traditionscafé des Lokals verwiesen. Die Wiener sind empört, der Vorfall schlägt nun internationale Wellen – ausgerechnet kurz vor dem European Song Contest.
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Das hat Österreichs Bundespräsident nicht verdient. Seinem geliebten Wiener Traditionscafé Prückel hat Heinz Fischer, ein ausdauernder Verfechter von gesellschaftlicher Toleranz, ein großes Porträt seiner selbst samt Widmung vermacht, das seit Jahren die Wände des Kaffeehauses schmückt. Quasi unter den Augen des populären Staatsoberhaupts der Alpenrepublik hatte sich vor kurzem ein lesbisches Paar einen Kuss gegeben und dafür einen Rauswurf aus dem über hundert Jahre alten Kaffeehaus an Wiens berühmter Ringstraße kassiert. Geschäftsführerin Christl Sedlar-Palouda hatte darauf verwiesen, dass die „Zurschaustellung der Andersartigkeit“ nicht in ein Wiener Traditionscafé passe, sondern vielmehr in ein Bordell.

Der intolerante Umgang für Gleichgeschlechtliche hat nun einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Im Mittelpunkt des Kulturkampfes, das bei Intellektuellen und Medienleuten so beliebte Wiener Kaffeehaus. Am kommenden Freitag soll vor dem Café Prückel eine „Kuss-Demonstration“ stattfinden. Dazu haben österreichische Homosexuellen-Organisationen am Mittwoch aufgerufen. „Wir rechnen mit 1000 bis 1500 Teilnehmer. Auf Facebook haben bislang 5500 ihre Zusagen gegeben“, sagte Cécile Balbous, Vorsitzende der Homosexuellen Initiative in Wien, dem Handelsblatt. Nach ihren Angaben ist die Diskriminierung im Kaffeehaus kein einmaliger Fall. Bereits 2005 gab es einen ähnlichen Fall, der öffentlichen Protest hervorrief.

Lesben und Schwule wollen den Rauswurf aus dem Café politisch nutzen. „Dieser Vorfall bestätigt unsere langjährige Forderung nach der Ausweitung des Diskriminierungsschutzes“, sagte die 42-jährige Balbous. „Politiker der SPÖ und der Grünen kommen zur Demonstration am Freitag, um unser Anliegen zu unterstützen.“ Die homosexuelle Initiative erwartet sich allerdings keine Unterstützung seitens der konservativen ÖVP und rechtspopulistischen FPÖ.

Bislang sind in Österreich Lesben und Schwule nur im Berufsleben aber nicht bei Dienstleistungen oder Vermietung von Wohnraum geschützt. Das soll die rot-schwarze Regierung in Wien nach Willen der Homosexuellen nun schleunigst ändern.

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Wien schämt sich für Café Prückel

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„Kuss-Demo“ vor dem Kaffeehaus

Kommentare zu " Nach Lesbenkuss: Wien schämt sich für Café Prückel"

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  • man muss was gegen die Langweile tun. So gehen wir in Café und kuessen, kuessen. Das wird wieder Sturmim Wasserglas geben. Wir Homos" haben es wirklich schwer. Vielleicht haben sie nur "Feuer" wenn sie sich imCafe kuessen.Also kuesst mal schoen weiter im Café. It is not good for one's morals to see bad acting(Oscar Wilde).Habe vergessen, Moral scheint ausgestorben zu sein oder sehr krank.

  • "Wien schämt sich"
    Ganz Wien? das ist ja furchtbar!
    Gab es da heute Massenaufläufe von empörten Wienern, einen riesigen Demonstrationszug, Tumulte, Krawalle, Schlägereien, gar einen Generalstreik? Oder haben sich da nur einige Berufsempörte einen von der Palme gewedelt vor lauter Freude, daß es endlich wieder mal was zu Motzen gab?

  • "Wiener Kaffehäuser sind altehrwürdige Traditionsbetriebe mit zivilisiert, gehobenen Publikum und guten Umgangsformen."

    Das ist so nicht korrekt: Ersetzen Sie bitte "gehoben" durch "abgehoben", dann passt es eher. Cafés im Wiener Erstem Bezirk sind dazu da, zu sehen und gesehen zu werden und das mit einem Durchschnittsalter von 70+, mit einem übertriebenem Hang zu Titeln wie zB. "Frau Gräfin", "Herr Regierungsrat", etc.

    Das hat nichts mit guten Umgangsformen zu tun, das ist von vorgestern. Und ja, zu Zeiten von Conchita Wurst ist so ein Verhalten in Wiens bester Lage absolut nicht zu akzeptieren.

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