Nach Manchester-Anschlag
In der Musikbranche geht die Angst um

Musiker und ihre Fans sind im Visier von Terroristen: Nach dem Anschlag in Manchester bangen nicht nur Eltern um ihre Kinder. Künstler und Veranstalter müssen damit rechnen, dass die Gefahr Folgen für ihr Geschäft hat.
  • 0

DüsseldorfDer Terroranschlag nach einem Konzert von Ariana Grande in Manchester verändert die Musikbranche. Darauf deuten erste Reaktionen von Fans, Künstlern und Managern in den sozialen Netzwerken hin. Künstler sagen Konzerte ab, Fans haben Angst vor dem nächsten Konzertbesuch, und Eltern sorgen sich mehr denn je um ihre minderjährigen Kinder.

Es geht um ein Milliardengeschäft, das in Teilen zusammenbrechen könnte. Um wie viel Geld es geht, zeigen bereits wenige Zahlen. Tickets für Konzerte der beliebtesten Musikstars, etwa Justin Bieber, kosten um die 200 Euro. Allein die zehn Topstars der Branche haben im vergangenen Jahr 1,67 Milliarden Dollar umgesetzt, berichtet das Branchenorgan Pollstar.

Einige Künstler haben ihre nächsten Konzerte bereits kurzfristig abgesagt, etwa Blondie in London oder Take That in Liverpool. Unklar ist, ob das nächste Konzert von Ariana Grande am Donnerstag in London stattfinden wird. Der Superstars steht noch unter dem Eindruck der Ereignisse von Manchester.

Der nächste Superstar, der in Großbritannien und Irland auftritt, wird Justin Bieber sein. Doch nach dem Anschlag ist es keineswegs sicher, dass die Konzerte stattfinden werden. Denn viele Fans bitten bereits öffentlich darum, dass die Konzerte abgesagt – wegen der Sicherheit der meist blutjungen Fans und des Künstlers selbst.

Finanziell wäre das bitter für Bieber, der im vergangenen Jahr nach den Zahlen von Pollstar 163 Millionen Dollar durch Konzerte eingenommen hat. Ariana Grande kam auf ein Jahr gerechnet „nur“ auf allerdings ebenfalls stattliche 25 Millionen Dollar. Noch mehr brachten Konzerte von Bruce Springsteen: rund 270 Millionen Dollar.

Angesichts dieser wirtschaftlichen Bedeutung von Konzerten glauben Musikmanager, dass es Konzertabsagen eher unwahrscheinlich sind. So heißt es bereits, dass die nächsten Konzerte von Phil Collins, Guns N`Roses und Celine Dion wie geplant durchgeführt werden.

Gut möglich allerdings sei, dass Eltern vorsichtiger würden. Das würde bedeuten: Das große Geschäft bleibt, aber vielleicht gibt es beim Faninteresse einen Knick nach unten. Darauf deutet die Angst der Fans hin. Allerdings könnte diese auch schnell wieder verfliegen, wie die Veranstalter offenbar hoffen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Nach Manchester-Anschlag: In der Musikbranche geht die Angst um"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%