Nach massiver Kritik: Pfändung der Strauß-Gruft aufgehoben

Nach massiver Kritik
Pfändung der Strauß-Gruft aufgehoben

Aufatmen in der CSU: Nach massiver Kritik haben die Finanzbehörden in München die Pfändung der Gruft von Franz Josef Strauß aufgehoben. Im Zusammenhang mit dem Augsburger Steuerstrafverfahren gegen dessen Sohn Max Strauß war die Familiengruft im oberbayerischen Rott am Inn gepfändet worden.

HB MÜNCHEN. Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) hatte die Entscheidung als pietätlos kritisiert. Der Münchner Wirtschaftsprüfer Werner Wenzel, der für Max Strauß tätig ist, sagte am Mittwochabend, das Münchner Zentralfinanzamt habe ihm die Aufhebung der Pfändung telefonisch mitgeteilt. Eine schriftliche Begründung liege ihm dazu noch nicht vor. Bayerns Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) hatte zuvor schon versichert, dass die Pfändung der Gruft des früheren bayerischen Ministerpräsidenten auf keinen Fall vollstreckt werde. Eine Vollstreckung hätte auch eine Zwangsversteigerung des kleinen Grundstückes mit der Gruft bedeuten können. Es liegt neben dem Friedhof von Rott. Das Grundstück gehört nach einem Bericht der Münchner „Abendzeitung“ (Mittwoch) der Erbengemeinschaft Strauß/Albrecht.

In der Gruft sind der 1988 gestorbene Franz Josef Strauß und seine Frau Marianne begraben. Die Strauß-Tochter und bayerische Kultusministerin Monika Hohlmeier (CSU) sagte auf Anfrage, sie sei „menschlich zutiefst betroffen“. Landtagspräsident Alois Glück (CSU) nannte die Pfändung instinktlos und unerträglich: „Ein solches Vorgehen demonstriert nicht Stärke und Unabhängigkeit, sondern einen erschreckenden Mangel an menschlichem Einfühlungsvermögen, fehlenden Respekt vor den Toten und an Kultur.“

Die Gruft wurde dem Zeitungsbericht zufolge mit anderem Eigentum von Max Strauß gepfändet. Der Politikersohn muss sich seit Dienstag vor dem Landgericht Augsburg verantworten. Er soll von dem Waffenhändler Karlheinz Schreiber millionenschwere Provisionszahlungen erhalten und zwischen 1991 und 1993 die dafür fälligen 1,3 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben. Nach Angaben von Hohlmeier gehörte die Gruft zur einen Hälfte ihrem Bruder Max und zur anderen Hälfte einer Tante. Sie selbst und der zweite Bruder Franz Georg seien nicht mehr Eigentümer, da die Erbengemeinschaft den Nachlass aufgeteilt habe, sagte die Ministerin.

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