Nach Prozessende
Strauss-Kahns Luxus-Knast steht zum Verkauf

Hier verbrachte er die Wochen des Prozesses: Nachdem Dominique Strauss-Kahn New York verlassen und nach Frankreich zurückgekehrt war, steht nun sein Townhouse in Manhattan zum Verkauf. Und zwar zu einem stolzen Preis.
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632 Quadratmeter auf drei Stockwerken, ein Kino, ein Fitnessraum, das Bad aus Kalkstein, eine eigene Suite fürs Kindermädchen – und alles in allem viel Privatsphäre: Das Townhouse im schicken Viertel Tribeca im südlichen Manhattan hat alles, auf das der wohlhabende New Yorker steht. Für knapp 14 Millionen Dollar kann er es kaufen oder für 600.000 im Jahr mieten.  

Frei ist es ab dem 15. September, der Vormieter war Ende August nach Frankreich verzogen: Dominique Strauss-Kahn. Das Haus war über Wochen sein Luxus-Gefängnis. Hier, in 153 Franklin Street, verbrachte der Ex-Chef des Internationalen Währungsfonds die Wochen während seines Prozesses wegen angeblicher versuchter Vergewaltigung eines Zimmermädchens. Gerüchten zufolge war DSK nach Tribeca gezogen, weil sich die Nachbarn seines Apartments an der Upper East Side beschwert hatten.

Dafür campierten dann eben in der Franklin Street gegenüber der großzügigen Eingangstür wochenlang die Journalisten, auch viele Touristen schauten vorbei. Das freut den Makler. Das Interesse sei groß, sagte Robert Dvorin der Immobilienfirma Town Real Estate, dem Stadtmagazin „Village Voice“. „Die Aufmerksamkeit der Medien war sicher eine gute Sache“. Das Haus biete „einfach alles“, und die Renovierungen seien „die besten, die ich je gesehen habe“.

Town Real Estate nahm die Immobile am 26. August auf ihre Webseite, drei Tage, nachdem der Richter am Supreme Court den Prozess gegen DSK eingestellt hatte. Am 3. September verließen Strauss-Kahn, Ehefrau Anne Sinclair und Tochter das Haus, stiegen mit ihren Koffern in einen Van und brausten Richtung Flughafen davon. Air France Flug 007 brachte sie dann zurück nach Paris.

DSK wohnt jetzt in einem großzügigen Apartment am Place des Vosges. Laut „New York Times“ sind aber auch dort die Anwohner nicht gerade begeistert. Als der Prominente eintraf, begleitet von einer Medienmeute, soll eine Nachbarin gerufen haben: „Geh und kurier dich woanders aus“.

 

Nils Rüdel
Nils Rüdel
Handelsblatt / Deskchef Politik

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