Nach Todesfall
Schweinegrippe-Panik in Berlin

Nach dem ersten Berliner Todesfall im Zusammenhang mit der Schweinegrippe werden die Info-Telefone der Gesundheitsämter mit Anfragen überrannt. Am Donnerstagvormittag waren die meisten Telefone überlastet, Anrufer bekamen kaum eine freie Leitung. Bundesgesundheitsminister Rösler, der vor kurzem noch die normale Grippe als gefährlicher eingestuft hat, rät nun sich gegen Schweinegrippe impfen zu lassen.
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HB BERLIN. Die Gesundheitsämter der Berliner Bezirke hatten vor kurzem telefonische Beratungsstellen eingerichtet, bei denen sich Bürger über die sogenannte Schweinegrippe und die Möglichkeiten der Impfung informieren können. Wie die Senatsgesundheitsverwaltung mitteilte, verzeichnen die Hotlines nun einen Ansturm.

Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass es in der Hauptstadt einen ersten Todesfall gibt. Ein am Montag gestorbener Mann war mit dem Virus AH1N1 infiziert. Ob er auch daran gestorben ist, muss noch eine Obduktion ergeben. Wann die Obduktionsergebnisse vorliegen sollen, war noch unklar. Der 40-Jährige war am vergangenen Donnerstag mit einer entzündlichen Lungenerkrankung im Vivantes Klinikum Am Urban in Berlin-Kreuzberg aufgenommen worden.

„Jetzt ist die Schweinegrippe auch im Bewusstsein der Berliner angekommen“, sagte der Vorsitzende des Berufsverbandes der Allgemeinärzte in Berlin und Brandenburg, Dr. Hans-Peter Hoffert. „Das wird sicherlich dazu führen, dass es einen Ansturm auf den Impfstoff gibt.“ Schon in den vergangenen Tagen sei bemerkbar gewesen, dass die Bereitschaft zur Impfung bei Ärzten und Patienten gestiegen sei. Bislang hätten die Praxen zwar noch keinen Impfstoff erhalten. Er gehe jedoch davon aus, dass wie geplant von Montag an die Impfaktion erweitert und auch in Praxen vorgenommen werden könne.

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler rief die Menschen in Deutschland indessen dazu auf, sich gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen. „Die Impfung ist der beste Schutz vor der Neuen Grippe“, sagte der FDP-Politiker der „Bild“-Zeitung. Je mehr Menschen sich impfen ließen, desto größer sei der Schutz für alle.

Auch er selbst wolle sich impfen lassen. Gegen die saisonale Influenza habe er sich diese Woche impfen lassen, Ende kommender Woche sei die Impfung gegen die Schweinegrippe geplant. Dabei werde der Stoff verwendet, der jedem Bürger zur Verfügung stehe. Rösler: „Es sind Impfstoffe von zwei unterschiedlichen Herstellern. Diese sind aber in ihrer Wirkung gleichwertig, keiner ist besser oder schlechter.“

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