Nach umstrittenem Unfalltod bei Polizeiverfolgung
Wieder Unruhen in Pariser Vorort

In einem Pariser Vorort ist es trotz eines Aufrufes von Präsident Nicolas Sarkozy zur Ruhe erneut zu Straßenschlachten gekommen. Etwa 100 Bereitschaftspolizisten wurden am Abend in der nördlich von Paris gelegenen Gemeinde Villiers-le-Bel mit Feuerwerkskörpern angegriffen, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur Reuters vor Ort berichtete.

HB VILLIERS-LE-BEL. Die Sicherheitskräfte schossen daraufhin Tränengas, Schreckschussmunition und Farbpatronen zur Markierung von Unruhestiftern ab. Zudem wurden ein Auto, ein Müllwagen und ein Polizeifahrzeug in Brand gesteckt.

Das Justizsystem müsse nun entscheiden, wer die Verantwortung für den Unfall trage, der erste Proteste am Sonntag ausgelöst habe, hatte Sarkozy am Montag während eines Staatsbesuchs in China gesagt. Bei dem Unfall mit einem Streifenwagen waren zwei Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren getötet wurden. Sie waren Polizeikreisen zufolge ohne Helme auf einem gestohlenen Motorrad unterwegs, als sie in Villiers-le-Bel dem Polizeifahrzeug die Vorfahrt nahmen. Bei den darauffolgenden Protesten wurden 26 Polizisten und Feuerwehrleute verletzt, mehrere Häuser und Autos gingen in Flammen auf.

2005 hatten sich in Frankreich die schlimmsten Unruhen seit 40 Jahren am Tod zweier junger Männer entzündet, die sich auf der Flucht vor der Polizei in einer Transformatoranlage versteckt hatten und dort durch einen Stromschlag getötet worden waren. Sarkozy verfolgte damals als Innenminister eine harte Linie gegenüber den Randalierern, was Kritikern zufolge die Stimmung noch zusätzlich anheizte.

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