Nach Unglück
Japan errichtet Sperrzone um Atomkraftwerk

Die japanische Regierung hat die Evakuierungszone rund um das Unglückskernkraftwerk Fukushima zur Sperrzone erklärt. Auch ehemaligen Bewohnern ist ihr Betreten nun verboten. Es gibt aber Ausnahmen.
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TokioJapan hat rund um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima eine offizielle Sperrzone mit einem Radius von 20 Kilometern eingerichtet. Ministerpräsident Naoto Kan erklärte am Donnerstag bei einem Besuch in der Provinz Fukushima die Region um das AKW zum Sperrgebiet, das niemand ohne staatliche Genehmigung betreten dürfe.

Derweil gilt für Schul- und Kindergartenkinder jetzt ein vorläufiger Grenzwert für die Strahlenbelastung. Demnach dürfen Schulen und Spielplätze weiter benutzt werden, solange die Strahlendosis unter freiem Himmel nicht mehr als 3,8 Mikrosievert pro Stunde beträgt, hieß es aus dem Erziehungsministerium.

Kinder reagieren empfindlicher auf Strahlenbelastung als Erwachsene. Wenn sich ein Mensch bei diesem Strahlenwert jeden Tag acht Stunden lang draußen aufhält, beläuft sich die insgesamt über den Zeitraum eines Jahres angesammelte Radioaktivität nach Regierungsangaben auf rund 20 Millisievert. Der Grenzwert wurde unter der Bedingung festgelegt, dass laufend gemessen wird, berichtete Jiji Press.

Nach Angaben des Erziehungsministeriums entspricht der festgelegte Wert den Bestimmungen der International Commission on Radiological Protection. Sie lassen bei einem Atomunfall eine jährliche Strahlendosis von bis zu 20 Millisievert sowohl für Erwachsene als auch für Kinder zu.

Die 20-Kilometer-Zone um das AKW galt zwar schon zuvor als Evakuierungszone - es gab jedoch kein Verbot, es zu betreten. Die Sperrzonen-Regelung sollte an diesem Donnerstag um Mitternacht (Ortszeit) in Kraft treten. Rund 80.000 ehemalige Bewohner, die das Erdbeben und den Tsunami vom 11. März überlebt haben, sind davon betroffen.

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