Nach Zugunglück in Bad Aibling
Staatsanwaltschaft klagt Fahrdienstleiter an

Zwölf Menschen starben vor fünf Monaten bei dem schweren Zugunglück in Bad Aibling. Jetzt wurde der verantwortliche Fahrdienstleiter angeklagt. Er soll durch ein Handyspiel abgelenkt gewesen sein.

Traunstein Gut fünf Monate nach dem schweren Zugunglück von Bad Aibling mit zwölf Toten hat die Staatsanwaltschaft Traunstein Anklage gegen den verantwortlichen Fahrdienstleiter erhoben. Dem Mann werde fahrlässige Tötung in zwölf Fällen sowie fahrlässige Körperverletzung in 89 Fällen vorgeworfen, teilte die Ermittlungsbehörde am Montag mit. Das Landgericht Traunstein muss nun über die Zulassung der Anklage entscheiden.

Am Faschingsdienstag waren auf der eingleisigen Bahnstrecke bei Bad Aibling zwei Meridian-Züge frontal aufeinander geprallt. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, steht nach dem Abschluss der Untersuchung aller Bahnanlagen inklusive des Funkverkehrs fest, dass es keine Anhaltspunkte für technische Mängel gibt.

Damit erhärtete sich der Verdacht, wonach der in Untersuchungshaft sitzende Fahrdienstleiter bis unmittelbar vor dem Zusammenstoß durch ein Computerspiel auf seinem Handy abgelenkt war und deshalb aus Unachtsamkeit den Verkehr falsch regelte.

Zunächst soll der Fahrdienstleiter durch Sondersignale die Gleise für den Bahnverkehr freigegeben haben, ohne sich zu vergewissern, dass sie tatsächlich frei waren. Technische Schutzvorrichtungen für einen Zusammenstoß habe er dadurch außer Funktion gesetzt. Nachdem der Mann den drohenden Zusammenstoß bemerkte, habe er zwar noch einen Notruf absetzen wollen. Dies sei aber misslungen, da er bei der Nutzung des Funkgeräts einen Bedienungsfehler gemacht habe.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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