Nachbeben in China
Beben erschüttert Griechenland

Ein schweres Erdbeben hat am Sonntagnachmittag Westgriechenland erschüttert. Dabei kam in der Nähe der Hafenstadt Patras ein Mann ums Leben, als das Dach seines Hauses einstürzte. Ein zweiter Mann starb an den Folgen eines Herzinfarktes nach dem Erdbeben. Wie das Innenministerium in Athen am Sonntagabend weiter mitteilte, mussten 37 Menschen in Krankenhäusern behandelt werden. Auch in China bebte erneut die Erde.

dpa ATHEN/ALGIER. Das Beben der Stärke 6,5 ereignete sich um 15.25 Uhr Ortszeit (14.25 Mesz) und versetzte die Einwohner der dicht besiedelten Halbinsel Peloponnes in Angst. Tausende rannten auf die Straßen. Das Epizentrum des Bebens lag rund 50 Kilometer südwestlich der Hafenstadt Patras und etwa 200 westlich der griechischen Hauptstadt. Bei einem Erdbeben im nordafrikanischen Algerien waren am Freitagabend nach Angaben des Zivilschutzes mindestens elf Menschen leicht verletzt worden.

Wie das algerische Forschungszentrum für Astronomie, Astrophysik und Geophysik laut Medienberichten mitteilte, hatte das Beben eine Stärke von 5,5. Der Erdstoß, der sich um kurz nach 21.00 Uhr Ortszeit ereignet habe, sei vor allem in der Gegend der Küstenstadt Oran spürbar gewesen. Viele Menschen seien in Panik auf die Straße gelaufen, berichtet die Zeitung "El Watan" in ihrer Internetausgabe.

In Griechenland warnten Seismologen die Menschen vor Nachbeben. Niemand sollte in ein Haus zurückzukehren, dessen tragende Säulen beschädigt sind. "Wir hoffen, dass dies das Hauptbeben war", sagte der Seismologe Gerasimos Papadopoulos im Fernsehen weiter.

Einige Menschen verletzten sich schwer, als sie in Panik von ihren Balkonen auf die Straße sprangen. Andere wurden von einstürzenden Mauern getroffen. Darunter war auch ein neunjähriges Mädchen, das die Feuerwehr nach einer zweistündigen Rettungsaktion aus den Trümmern eines Hauses im Dorf Fostaina nahe Patras bergen konnte, wie das Fernsehen zeigte. In anderen Fällen musste die Feuerwehr Menschen aus beschädigten Häusern mit Leitern in Sicherheit bringen.

Wegen eines Erdrutsches wurde die Nationalstraße Patras-Pyrgos vorübergehend gesperrt. Zudem wurde vorübergehend der Bahnverkehr südlich von Patras eingestellt. Auch aus der Provinzhauptstadt Pyrgos und den Städten Andravida und Amaliada wurden zahlreiche mittlere Schäden gemeldet. "Überall liegen hier Trümmer herum", sagte ein Reporter aus Amaliada. Es sei "ein Wunder", dass es in Amaliada keine Toten gegeben habe.

Wegen der starken Erdbebengefahr gelten in Griechenland strenge Bauvorschriften, die die Häuser einsturzsicher machen, auch wenn die Erdstöße stark sind. "In anderen Ländern würden wir bei einem solchen Erdstoß mehrere hundert Opfer beklagen", sagte ein Seismologe im Fernsehen. Der Erdstoß ereignete sich in einer relativ kleinen Tiefe von rund zehn Kilometern unter der Erdoberfläche, hieß es.

Das Beben war im gesamten Westen Griechenlands, in der Hauptstadt Athen und sogar im Norden des Landes zu spüren. Der Rettungsdienst sollte am Abend Zelte in den Regionen aufschlagen, in denen Menschen obdachlos geblieben waren. Über ihre Anzahl lagen am Sonntagabend keine Angaben vor. Wir zählen noch die Schäden und wie viele Menschen obdachlos geblieben sind", sagte ein Sprecher der Feuerwehr aus der Provinzhauptstadt Pyrgos.

Unterdessen hat ein Erdbeben der Stärke 4,8 hat am Sonntag den Damm des Erdbeben-Stausees im Südwesten Chinas erschüttert. Nach dem etwa zwanzig Sekunden dauernden Beben sei es in den Bergen in der Umgebung zu heftigen Erdrutschen gekommen, berichtete die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Schäden an dem Damm aus Schutt und Felsen seien nicht erkennbar.

Die Wassermassen des Stausees bedrohten am Sonntag weiterhin mehrere hunderttausend Menschen. In den See fließe fünfmal so viel Wasser hinein, wie durch den Notkanal abgelassen werde, den Soldaten in den vergangenen Wochen gebaut hatten, berichtete Xinhua.

Bei dem Erdbeben vor vier Wochen hatte sich nach einem Bergrutsch in einen Fluss der Stausee gebildet. Der brüchige Damm gefährdet nach Angaben von Militärs der Provinz Sichuan weiterhin Hunderttausende unterhalb des Sees lebende Anwohner. Aus Angst vor einer Flutwelle waren bereits rund 250 000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Mehr als eine Million Bewohner seien darauf vorbereitet, ihre Wohnorte zu verlassen, falls der Damm breche.

Es werde noch einige Tage dauern, bis die Gefahr völlig gebannt sei, sagte laut Xinhua General Ge Zhenfeng, der für das Militär die Arbeiten an dem Stausee in Tangjiashan überwacht. Auch Wasserminister Chen Lei schätzte die Situation weiter als gefährlich ein. Nachbeben und Erdrutsche könnten den Damm zerstören, vor allem die Rettungskräfte in der Region seien gefährdet. Sie versuchten am Sonntag, den Kanal weiter auszubauen und einen zweiten Abfluss zu graben.

Die Zahl der Toten durch das Erdbeben der Stärke acht ist bis Sonntag auf offiziell 69 136 gestiegen, 17 686 Menschen gelten als vermisst.

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