Nachfahren der Meuterer vor Gericht
Haftstrafen im Sexprozess gegen Bounty-Nachkommen

Vier Bewohner der Pazifikinsel Pitcairn sind im Prozess um Sexualverbrechen gegen Nachfahren der Meuterer von der „Bounty“ zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Wie der Radiosender New Zealand am Freitag meldete, verhängte ein Gericht wegen Vergewaltigung und sexueller Übergriffe Gefängnisstrafen zwischen zwei und sechs Jahren.

HB WELLINGTON. Zwei der ursprünglich sieben Angeklagten müssen gemeinnützige Arbeit leisten. Ein Beschuldigter war bereits am vergangenen Montag freigesprochen worden. Mit den sieben Männern stand rund die Hälfte der männlichen Erwachsenen des winzigen Eilandes vor Gericht. Auf der zu Großbritannien gehörenden Insel, auf halbem Weg zwischen Neuseeland und Südamerika gelegen, leben 48 Menschen. Britische Staatsanwälte hatten den Angeklagten mehr als 50 Missbrauchsfälle zur Last gelegt, von denen manche bis zu 40 Jahre zurückliegen. Pitcairns Bürgermeister Steve Christian erhielt wegen fünf Vergewaltigungen drei Jahre Gefängnis. Sein Sohn Randy wurde ebenfalls wegen Vergewaltigung und sexueller Übergriffe zu sechs Jahren verurteilt. Zwei Männer sollen für jeweils fünf und zwei Jahre hinter Gitter. Die Verteidigung legte bereits Berufung ein, da sie die britische Rechtshoheit anzweifelt. Bis darüber entschieden ist, müssen die Männer ihre Strafen nicht antreten.

Viele der Bewohner Pitcairns sind wie die Christians Nachkommen der Meuterer von der „Bounty“. Ihr Anführer, Fletcher Christian, hatte sich 1790 mit acht weiteren Meuterern, 18 Männern und Frauen aus Tahiti auf die Insel geflüchtet.

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